Statt 4000 nur noch 400 AktionenMigros baut radikal um – das Portemonnaie soll nicht darunter leiden
Samuel Walder
21.12.2025
Die Migros reduziert die Menge an Aktionen. Das sollen Kunden aber nicht spüren.
Keystone
Rabattaktionen aus Zürich statt von den Regionalgenossenschaften, ein entschlacktes Sortiment und 140 neue Filialen bis 2030: Die Migros stellt sich unter CEO Mario Irminger neu auf – und nimmt Kurs auf mehr Wettbewerbsfähigkeit.
Migros reduziert die Zahl ihrer Rabattaktionen von 4000 auf 400 pro Jahr und steuert diese zentral aus Zürich, um Effizienz und Einkaufskonditionen zu verbessern.
Kundinnen und Kunden merken wenig davon, da die Zahl der Aktionen pro Filiale gleich bleibt.
Mit der Migros Supermarkt AG und einem abgespeckten Sortiment, inklusive Kürzungen bei M-Budget-Produkten, soll der Konzern vereinheitlicht und wettbewerbsfähiger gemacht werden.
Trotz laufendem Umbau plant Migros bis 2030 den Ausbau um 140 neue Filialen, um zum Konkurrenten Coop aufzuschliessen – insbesondere im städtischen Raum.
Die Migros steckt mitten in einem grossen Umbau: Aktionen, Sortiment und Strukturen werden neu organisiert. Neu werden Rabattaktionen nicht mehr von den zehn Regionalgenossenschaften gesteuert, sondern zentral von Zürich aus.
Das hat die Zahl der schweizweiten Aktionen drastisch reduziert, wie der «Blick» berichtet. Von rund 4000 auf 400 pro Jahr. Ziel: Effizienzsteigerung und bessere Einkaufskonditionen durch gebündelte Verhandlungen mit Lieferanten.
Aufräumen im Sortiment – und neue Supermarktstrategie
Kundinnen und Kunden merken wenig davon, da die Zahl der Aktionen pro Filiale gleich bleibt. Migros will künftig sogar noch mehr Promotionen anbieten – kombiniert mit tieferen Preisen.
Ein zentrales Instrument der neuen Strategie ist die seit Januar 2024 tätige Migros Supermarkt AG – eine Tochterfirma des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB), die Prozesse vereinheitlichen und die Macht der Regionalgenossenschaften reduzieren soll. CEO Mario Irminger will damit den Konzern neu aufstellen und wieder konkurrenzfähig machen.
Diese Firma soll zentrale Prozesse vereinfachen und den Einfluss der Regionalgenossenschaften weiter zurückdrängen – ähnlich wie es Konkurrent Coop bereits erfolgreich getan hat.
Auch das Sortiment wird entschlackt – etwa mit dem Rückbau von 1000 Produkten, darunter auch M-Budget-Artikel. Beispiel: Bei gemahlenen Haselnüssen verschwindet die 400g-Packung, bleibt aber saisonal verfügbar.
Der Blick nach vorne: 140 neue Filialen bis 2030
Trotz Personalabbau und Spartenverkäufen (etwa von Hotelplan oder Melectronics) blickt die Migros nach vorne: Bis 2030 sollen 140 neue Filialen entstehen. Damit will der Konzern zu Coop aufschliessen, das vor allem im städtischen Raum – etwa in Zürich – zuletzt stark expandiert hat.
Der Umbau dürfte noch Jahre dauern, markiert aber den Versuch, die Migros wieder konkurrenzfähig zu machen – mit klareren Strukturen, weniger Chaos und stärkerem Fokus auf den Kernbereich Detailhandel.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
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