«Trumpsche Methoden» Migros legt im Preiskampf mit den Produzenten offenbar die Samthandschuhe ab

Philipp Dahm

9.11.2025

Das Migros Hochhaus an der Zürchert Pfingstweidstrasse: Der Detailhändler schlägt im Pèreiskampf mit den ^Herstellern offenbar härter zu als früher.
Das Migros Hochhaus an der Zürchert Pfingstweidstrasse: Der Detailhändler schlägt im Pèreiskampf mit den ^Herstellern offenbar härter zu als früher.
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Die Migros zieht im Preiskampf die Zügel an: Nachdem im Sommer öffentlichkeitswirksam mit Coca-Cola verhandelt worden ist, macht der Detailhändler nun Druck auf andere Markenhersteller.

Keystone-SDA

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  • Die Migros verstärkt einem Bericht zufolge im Preiskampf den Druck auf Markenhersteller.
  • Das «knallharte Vorgehen» werde von Insidern mit «trumpschen Methoden» verglichen.
  • Die neue Taktik betrifft sowohl multinationale als auch Schweizer Unternehmen.

Die Migros hat laut «NZZ am Sonntag» neben Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli auch Dutzende weitere Markenhersteller im Preiskampf unter Druck gesetzt. «Betroffen sind grosse, multinationale Unternehmen und kleinere Schweizer Traditionsfirmen gleichermassen», schreibt das Blkatt.

Öffentlich äussern wollte sich demnach niemand, da die Abhängigkeit von der Migros und ihren Tochtergesellschaften Denner und Migrolino zu gross sei. Die Migros gehe in den Preisverhandlungen sehr hart vor und greife zu «unangemessenen, einschneidenden Massnahmen», habe Barbara Castegnaro, Direktorin des Markenartikelverbands Promarca, bestätigt.

Gleiche Konditionen wie Denner

Ziel sei es demnach, für Migros, Denner und Migrolino identische Konditionen durchzusetzen. Bisher hätten die Unternehmen meist separat verhandelt.

Laut Recherchen akzeptiere die Migros nicht, dass etwa Denner bessere Verträge mit Markenherstellern abschliesse, und setze sich notfalls über bestehende Liefervereinbarungen hinweg. Die Migros dagegen betonte auf Anfrage, sie wolle «faire und nachvollziehbare Preise» sicherstellen und halte sich an alle Verträge.

Mit Blick auf die Migros-Taktik würden «mehrere Insider unabhängig voneinander» von «trumpschen Methoden», sprechen. Das «knallharte Vorgehen» sei vom Leiter Gruppenbeschaffung der Migros-Gruppe angeordnet worden: Florian Decker wurde 2024 vom deutschen Detailhändler Edeka abgeworben.


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