CEO auf KurswechselMigros setzt auf Snackautomaten – und streicht Dutzende Vegi-Produkte
SDA
9.12.2025 - 10:45
Die Migros baut ihr Netz an Snackautomaten weiter aus – dafür verschwinden immer mehr Vegi-Produkte.
KEYSTONE
Die Migros baut ihre Verkaufsautomaten aus und will Kundinnen und Kunden damit rund um die Uhr bedienen. Gleichzeitig schrumpft das Angebot an Vegi- und Bioprodukten.
Migros erweitert ihr Netz an Snackautomaten in der Ostschweiz und Zürich.
Somit will sie Produkte rund um die Uhr zum Supermarktpreis anbieten und konkurriert damit mit Anbietern wie Selecta.
Gleichzeitig wird das pflanzliche Sortiment der Eigenmarke V-Love sowie das Bio-Angebot verkleinert.
Das Ziel: das Sortiment zu straffen und wirtschaftlich effizienter zu gestalten.
Trotz Kürzungen betont Migros ihr langfristiges Engagement für Nachhaltigkeit und pflanzenbasierte Produkte, prüft aber laufend die Marktleistung einzelner Artikel.
Die Migros baut ihr Netz an Snackautomaten weiter aus. Diese sollen Kundinnen und Kunden rund um die Uhr mit Snacks und Getränken versorgen – zu denselben Preisen wie im Supermarkt.
Die orangen Snackautomaten von Migros tauchen nun in Wald ZH, Wattwil SG und seit Anfang Dezember an drei Plätzen in Zürich auf. Weitere Automaten seien in den Regionen Ostschweiz und Zürich geplant, wie eine Migros-Sprecherin auf Anfrage der News-Agentur SDA bestätigt. Zuerst hatten die Zeitungen von CH-Media darüber berichtet.
So sehen die Migros-Automaten aus. Die Migros will rundum die Uhr für ihre Kund*innen da sein.
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Bereits 2022 hatte die Migros ein erstes Gerät in Chur GR aufgestellt, ein Jahr später zwei weitere in Abtwil SG. Bislang stehen die Automaten ausschliesslich in unmittelbarer Nähe zu bestehenden Migros-Filialen und bieten ein Sortiment aus Marken- und Eigenmarkenprodukten.
Die Produkte werden laut der Migros zu denselben Verkaufspreisen angeboten wie in den Supermärkten. Damit könnte der Detailhändler laut dem Medienbericht den bisherigen Platzhirsch Selecta unterbieten, der seinerseits das Geschäft gerade neu ausrichtet. Die Migros-Automaten stammen vom Zürcher Hersteller Tresmer und werden durch die jeweiligen Filialteams betreut.
Migros verkleinert eigenes Vegi-Sortiment
Noch nicht lange ist es her, da wurden im Wochentakt neue Vegi-Produkte lanciert. Firmen überschlugen sich mit Ankündigungen. Doch der Hype um Ersatzprodukte für Fleisch, Käse und Milch ist abgeflacht, wie auch ein Blick ins Sortiment der Migros zeigt.
Verglichen mit dem Vorjahr hat die Detailhändlerin ihr Angebot an der Vegi-Eigenmarke «V-Love» merklich verkleinert. Statt 145 Produkten im Dezember 2024, listet die Migros auf ihrer Webseite derzeit noch 112 Artikel auf.
Unter der Marke mit der grünen Verpackung verkauft das Unternehmen Produkte wie vegane Burger-Pattys, Hackfleischersatz und Hafermilch. Pflanzenbasierte Lebensmittel belasten in der Regel die Umwelt weniger als die tierischen Originale.
Produkt der Zumbrunnen-Ära
Lanciert wurde V-Love vor fünf Jahren während der Ära von Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen. Unter seiner Führung hat sich der Konzern verstärkt auf Nachhaltigkeit konzentriert und neben der Forcierung nachhaltiger Produkte auch Klimaschutzziele gesetzt.
Damit entsprach der Konzern dem Zeitgeist. Doch wirtschaftlich lief es für die Detailhändlerin nicht gut. Vor rund zwei Jahren hat darum Mario Irminger das Steuer beim «Orangen Riesen» übernommen. Er ist angetreten, um den Konzern auf Effizienz zu trimmen und das Sortiment zu straffen.
Das zeigt sich nun bei V-Love: Mittlerweile nicht mehr verfügbar sind unter anderem das Falafel-Couscous-Gericht für die Mikrowelle, die Spinatchüechli, die Kokos-Margarine, Würstli im Teig, verschiedene Snacks sowie Zutatenprodukte wie der pflanzliche Rahmersatz.
Auch bei anderen nachhaltigen Produkten hat der Konzern angesetzt: Im Bio- wie im Alnatura-Sortiment kam es zu Kürzungen. Das gesamte Angebot von Bio-Produkten der Migros ging von 2981 auf 2761 zurück. Und von der deutschen Bio-Supermarktkette Alnatura sind noch 370 Produkte im Sortiment, im Vorjahr waren es noch rund ein Zehntel mehr.
Mehr Alnatura-Produkte
«Wir überprüfen und optimieren unser Sortiment regelmässig, um den Bedürfnissen unserer Kunden bestmöglich gerecht zu werden», erklärt Migros-Sprecher Tobias Ochsenbein. Veränderungen seien normal, etwa durch Saisonalität, Verfügbarkeit oder Sortimentsentwicklungen.
Der Konzern betont, sein Engagement bleibe unverändert: «Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie.» Das Alnatura-Sortiment will die Detailhändlerin in ihren Filialen ausbauen. Jedoch werden die gleichnamigen Reformhäuser geschlossen.
Zur Entwicklung im Bereich pflanzlicher Alternativen sagt Ochsenbein: «Unter unserer Marke V-Love entwickeln und testen wir kontinuierlich neue Produkte.» Die Anzahl der Produkte könne daher variieren. «Abhängig davon, welche Artikel langfristig den höchsten Mehrwert bieten.» Die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen wachse zwar weiter, liege jedoch «gesamthaft betrachtet noch immer auf tiefem Niveau».
Nur gute Produkte überleben
Auch der Verband Swissveg spricht von einer Konsolidierungsphase nach einem Boom im Vegi-Markt. Zudem sei der Wettbewerb härter geworden. «Ein Produkt muss schon sehr gut sein, um langfristig bestehen zu können», sagt Swissveg-Sprecherin Maggie Haab.
Der Detailhandelskonzern nehme seine Rolle weiterhin wahr, findet sie. «Zu unserer Zufriedenheit können wir feststellen, dass die Migros auch nach ihrer Reorganisation die Nachfrage nach veganen und vegetarischen Produkten decken will.»
Auch habe der Konzern Vegi-Produkte anderer Marken ins Sortiment aufgenommen, etwa Rügenwalder Mühle und Planted. Dass Produkte gestrichen werden, sei üblich: «Was sich nicht gut genug verkauft hat, macht anderen Platz.»
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O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
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