Gegen WiderständeMusk bekommt Chance auf Billionenpaket bei Tesla
dpa
6.11.2025 - 23:14
Tesla-Chef Elon Musk – hier mit einer Kettensäge, die ihm der argentinische Präsident Javier Milei (r.) überreichte – ist bereits jetzt der reichste Mensch der Welt. (20. Februar 2025)
Bild:Keystone/AP Photo/Jose Luis Magana
Der reichste Mensch der Welt könnte eine Billion Dollar reicher werden. Die Tesla-Aktionäre stimmten für einen beispiellosen Vergütungsplan für Musk. Allerdings muss er dafür hohe Ziele erreichen.
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DPA, Redaktion blue News
06.11.2025, 23:14
07.11.2025, 05:39
dpa
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Die Rücktrittsdrohungen haben offenbar gewirkt: Die Tesla-Aktionäre gewähren Elon Musk mit deutlicher Mehrheit das grösste Gehaltsprogramm aller Zeiten.
Die Aktionäre haben einem Vergütungsplan zugestimmt, bei dem Elon Musk ein Riesen-Aktienpaket im Wert von einer Billion Dollar bekommen könnte.
Tesla muss jedoch verschiedene Ziele erfüllen, damit Musk die Aktien auch bekommt.
Tesla-Chef Elon Musk bekommt die Aussicht auf ein Riesen-Aktienpaket im Wert von einer Billion Dollar. Mehr als 75 Prozent der Aktionäre stimmten für den Vergütungsplan, bei dem der Elektroauto-Hersteller verschiedene ambitionierte Ziele erfüllen muss, damit Musk die Aktien bekommt. Musk hatte gedroht, den Chefposten bei Tesla aufzugeben, falls das Vorhaben platzen würde.
Das Paket könnte rund eine Billion US-Dollar (aktuell 871 Milliarden Euro) wert sein – zumindest falls der Autobauer in zehn Jahren an der Börse wie erhofft 8,5 Billionen Dollar schwer sein sollte. Aktuell liegt der Börsenwert bei knapp 1,5 Billionen Dollar. Bei einem solchen Wertanstieg würde der Wert der Aktien, die Musk bereits besitzt, ebenfalls die Billionen-Marke knacken. Der 54-Jährige ist schon jetzt der reichste Mensch der Welt mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 470 Milliarden Dollar.
Mit den neuen Aktien würde Musks Beteiligung an Tesla auf rund 25 Prozent steigen. Zu den Voraussetzungen für die Gewährung der Anteile gehört, dass Musk das Jahrzehnt in der Chefetage bleibt - und Tesla eine Million Robotaxis im Einsatz hat und eine Million KI-Roboter ausliefert.
Die Annahme des Plans schien nicht garantiert: Unter anderem der norwegische Staatsfonds und zwei einflussreiche Beratungsfirmen, die Empfehlungen für Aktionäre abgeben, sprachen sich dagegen aus. Musk besitzt aber Kultstatus bei einer grossen Zahl der Tesla-Kleinaktionäre.
Insgesamt könnte Musk bis zu 423,74 Millionen Tesla-Aktien bekommen - in zwölf Stufen, die meist an Schritte von zusätzlichen 500 Milliarden Dollar beim Börsenwert gekoppelt sind. Hinzu kommen die geschäftlichen Ziele wie etwa die Auslieferung von insgesamt 20 Millionen Teslas beim Börsenwert von zwei Billionen Dollar. Bisher brachte Tesla seit der Gründung rund 8,5 Millionen Autos auf die Strasse – und davon gut 1,8 Millionen im bisher besten Jahr 2023.
Eine noch grössere Hürde könnte es später sein, zusätzlich zu 6,5 Billionen Dollar Börsenwert die Marke von 400 Milliarden Dollar pro Jahr beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zu knacken und darüber zu bleiben. Bei einem Börsenwert von vier Billionen Dollar steht zunächst einmal ein bereinigtes Ebitda von 50 Milliarden Dollar auf dem Plan.
Die Verwaltungsratsvorsitzende Robyn Denholm betonte, Musk werde leer ausgehen, wenn Tesla die Ziele nicht erreiche. Der Tech-Milliardär selbst sagt, mehr als das Geld interessiere ihn, seine Tesla-Beteiligung auf 25 Prozent zu erhöhen und damit seinen Einfluss bei dem Unternehmen zu sichern.
Der Aktionärsvorschlag, dass Tesla in Musks KI-Firma xAI investieren solle, bekam zwar mehr Zustimmung als Ablehnung - aber mit vielen Enthaltungen. Tesla werde dies nun weiter abwägen, hiess es.
Fokus auf Roboter und Robotaxis
Tesla - der Elektroauto-Vorreiter, der vor einigen Jahren die Branche zu einer teuren Aufholjagd veranlasste – wirkte zuletzt entzaubert und steuert auf das zweite Jahr mit einem Absatzrückgang zu. Musk argumentiert wiederum, die Zukunft von Tesla liege ohnehin in selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern.
Der Tech-Milliardär behauptet sogar, dass die «Optimus»-Roboter des Konzerns das Potenzial hätten, zum «grössten Produkt aller Zeiten» zu werden. Mit der Zeit könnten seiner Vorstellung zufolge Dutzende Milliarden der Roboter im Einsatz sein. Humanoide Roboter seien der einzige Weg, Armut zu beenden, meint der Milliardär. Vor einigen Wochen verkündete Musk auch: «Optimus wird ein unglaublicher Chirurg sein.» Bei der Hauptversammlung fantasierte er auch, «Optimus»-Roboter könnten Menschen folgen und sie davon abhalten, Verbrechen zu begehen.
Musk hofft, die Produktion der Roboter im kommenden Jahr zu starten. Bei einem angepeilten Ausstoss von einer Million Roboter werde der Herstellungspreis bei 20'000 Dollar liegen, stellte er in Aussicht.
Kontrolle über «Roboter-Armee»
Seine Forderung nach einer Beteiligung von 25 Prozent verbindet Musk direkt mit der Kontrolle über die neue Technologie. «Wenn wir diese Roboter-Armee bauen - werde ich zumindest einen starken Einfluss auf diese Roboter-Armee haben?», sagte er vor wenigen Tagen. Andernfalls sei ihm nicht wohl bei dem Gedanken.
Wenn es Musk vorrangig um den Einfluss im Unternehmen und nicht um Geld geht, hätte Tesla ihm nicht einfach einige Aktien mit zusätzlichen Stimmrechten geben können? Bei Tech-Schwergewichten wie Google und dem Facebook-Konzern Meta sichert ein System mit verschiedenen Aktienarten schliesslich seit Jahren die Kontrolle durch die Gründer. Denholm sagte im Wirtschaftssender CNBC, dies wäre nur vor dem Börsengang von Tesla möglich gewesen.
Musk verspricht Millionen Robotaxis
Die Produktion eines neuen Robotaxis-Fahrzeugs ohne Lenkrad und Pedale will Tesla laut Musk im April kommenden Jahres starten. Durch eine hohe Automatisierung hofft er, auf einer Produktionslinie bis zu fünf Millionen der Wagen pro Jahr bauen zu können. Allerdings ist immer noch unklar, ob sein Plan, autonomes Fahren nur mit Kameras umzusetzen, am Ende aufgeht.
Konkurrenten wie die Google-Schwesterfirma Waymo setzten für mehr Sicherheit zusätzlich teurere Laser-Radare ein, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Mit Musks Ansatz hat Tesla zwar einen Kostenvorteil - aber es gibt Fragen zur Verlässlichkeit der Technik unter anderem bei schwierigen Sichtverhältnissen.
Bereits früherer Vergütungsplan umstritten
Um den vergangenen grossen Vergütungsplan für Musk hatte es eine grosse Kontroverse gegeben. Bei einem ihm zugesagten Aktienpaket aus dem Jahr 2018 erfüllte Tesla zwar alle damals vorgegebenen Ziele. Doch ein Gericht im Bundesstaat Delaware, in dem Tesla damals formell ansässig war, befand, dass Musk bei Vereinbarung des Plans zu viel Einfluss im Verwaltungsrat gehabt habe und die Aktionäre darüber nicht ausreichend informiert worden seien. Das Berufungsverfahren dazu läuft noch. Tesla verlegte den Firmensitz danach nach Texas und stellte eine Hürde für Aktionärsklagen auf: Sie müssen dafür eine Beteiligung von mindestens drei Prozent haben.
«Forbes»: Elon Musk weltweit erster Mensch mit 500 Milliarden Dollar Vermögen
STORY: Tesla-Chef Elon Musk kommt als erster Mensch der Welt auf ein Vermögen von 500 Milliarden Dollar. Das berichtet das Magazin «Forbes». Das Vermögen des Unternehmers habe Echtzeit-Daten zufolge am Mittwochnachmittag diese Marke überschritten. Musk sei damit dem zweitreichsten Menschen der Welt, Larry Ellison, um 150 Milliarden Dollar voraus. Ellison ist der Gründer des US-Softwarekonzerns Oracle. Musk hält unter anderem einen Anteil an dem E-Autobauer Tesla. Dessen Aktienkurs stieg am Montag um rund vier Prozent, wodurch sich Musks Vermögen um rund neun Milliarden Dollar erhöhte. Musk hält zwölf Prozent an Tesla, die aktuell 191 Milliarden Dollar wert seien, so Forbes. Hinzu komme eine 42-prozentige Beteiligung an dem Raumfahrtunternehmen SpaceX im Wert von 168 Milliarden Dollar. Weitere 60 Milliarden Dollar kämen aus Musks Anteil von 53 Prozent an xAI Holdings hinzu. Diese Firma ging aus der Fusion von Musks KI-Unternehmen xAI mit dem 2022 von Musk übernommenen Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) hervor. Der Tesla-Verwaltungsrat hat jüngst zudem ein neues Vergütungspaket für Musk vorgeschlagen, das ihm Tesla-Aktien im Wert von bis zu einer Billion Dollar einbringen könnte.