Angestellte dürfen teils nicht mehr mitbietenNach dem Goldvreneli-Chaos zieht der Bund Konsequenzen
Sven Ziegler
5.12.2025
Ein spezielles Goldvreneli sorgte dieses Jahr für Aufruhr. (Symbolbild)
KEYSTONE
Die Eidgenössische Finanzverwaltung reagiert auf die Pannen rund um das 100-Franken-Goldvreneli. Nach internen Abklärungen schränkt sie den Münzkauf für eigene Mitarbeitende ein – und prüft nun ein ganz neues Vergabemodell.
Die Finanzverwaltung stuft den Kollaps des Swissmint-Webshops als «System- und Prozessversagen» ein – nicht als individuelles Fehlverhalten.
Mitarbeitende von Swissmint und der EFV dürfen bei stark nachgefragten Sondermünzen vorerst nicht mehr mitbieten, um jede Form von Bevorzugung auszuschliessen.
Der Bund prüft nun, ob exklusive Münzen künftig über Auktionen statt über das bisherige «first come, first served»-System verkauft werden sollen.
Der Wirbel um das neue 100-Franken-Goldvreneli hat den Bund zu ersten Reformen gezwungen. Die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) legt in einem internen Bericht offen, was zum Kollaps des Swissmint-Webshops führte – und warum der Hype am 1. Juli in einem IT-Debakel endete. Zugleich kündigt sie Massnahmen an, die den Zugang zu Sondermünzen fairer machen sollen, wie der «Tages-Anzeiger» zuerst berichtete
Wie die EFV festhält, war der Ansturm auf die lediglich 2500 verfügbaren Goldmünzen deutlich höher als erwartet. Trotz technischer Vorbereitung waren die Serverkapazitäten zu schwach, die Störung wurde beim externen Betreiber ungenau erfasst – und das Problem entsprechend zu spät erkannt. Eine konkrete Schuld weist die EFV niemandem zu: Man spreche von einem «System- und Prozessversagen».
Für zusätzliche Kritik sorgt seit Jahren ein weiteres Detail: 27 zertifizierte Händler dürfen vor allen anderen jeweils drei Exemplare einer neuen Serie erwerben. Damit sind fast 100 Münzen bereits vergeben, bevor der Webshop überhaupt öffnet. Ob dieses Vorzugsrecht künftig bestehen bleibt, wird nun überprüft.
Auch das Verkaufsmodell selbst steht zur Debatte. Statt des bisherigen «first come, first served» zieht die Finanzverwaltung ein Auktionsverfahren in Betracht. Damit würden Preis und Verteilung nicht mehr allein von Klickglück und Serverkapazitäten abhängen. Allerdings könnten Sammlerinnen und Sammler mit kleinerem Budget dadurch noch stärker benachteiligt werden.