OsternNachfrage nach Schokolade bleibt trotz Ferrero-Skandal hoch
ol
14.4.2022 - 12:32
Eine Gruppe Schoko-Osterhasen wartet darauf, verpackt zu werden. Obwohl der Salmonellen-Skandal beim italienischen Schokoladenhersteller Ferrero kürzlich für einen medialen Aufschrei sorgte, kaufen die Menschen munter weiter Schoggi. (Archivbild)
Keystone
Schokolade ist nach wie vor ein beliebtes Ostergeschenk, auch wenn die Affäre um die salmonellenverseuchten «Kinder»-Produkte von Ferrero einen Schatten auf das Geschäft geworfen hat. Der Verkauf von Schokohasen und -eiern läuft laut Schweizer Detailhändlern gut.
Keystone-SDA, ol
14.04.2022, 12:32
SDA
Die Schokoladen-Verkäufe der Migros seien vom Skandal nicht tangiert worden. «Im Gegenteil: Ostern 2022 läuft sowohl im Online- als auch im stationären Markt sehr gut und erfreulich», sagte ein Sprecher des Detailhändlers gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Ostern sei nach Weihnachten die zweitumsatzstärkste Zeit des Jahres für das Unternehmen.
Die Migros führte in ihrem Sortiment etwa zehn Kinder-Produkte, die vom Rückruf durch Ferrero betroffen waren. Die Genossenschaft verkauft jedoch hauptsächlich Eigenmarkenprodukte, wie zum Beispiel Chocolat Frey.
Bei Coop machten sich einige Kunden Sorgen, ob ihre kürzlich gekauften Kinder-Produkte vom Rückruf betroffen seien. Trotzdem zeigt sich der Detailhändler mit den Osterverkäufen bislang «sehr zufrieden». Besonders beliebt seien die Eigenmarke Halba und Schokoladenprodukte mit Bio-Stempel. Die letzten Tage vor Ostern seien jedoch «entscheidend» für die Verkäufe, so ein Sprecher.
Lindt merkt an, dass die Kinder-Affäre bei den Kunden einige Sorgen ausgelöst hat, möchte aber beruhigen: «Die Sicherheit unserer Konsumentinnen und Konsumenten hat für Lindt oberste Priorität», betont ein Sprecher. Alle Produkte, die die Fabrik verlassen, würden einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen werden.
Online-Verkäufe steigen
Angetrieben durch die Pandemie wächst der Online-Verkauf auch von Schokolade weiter. «Die Online-Nachfrage nach Osterschokolade ist in den letzten Jahren stark gestiegen», erklärte ein Sprecher bei Coop. Ähnlich klingt es bei Läderach, wo sich der Internetverkauf «sehr gut entwickelt» habe. Es scheint also, dass die Einkaufsgewohnheiten, die während der Pandemie entstanden sind, auch im Lebensmittelbereich fortbestehen.
Die Schokoladenhersteller haben, wie viele andere Branchen auch, mit steigenden Produktionskosten und einer allgemeinen Preisinflation zu kämpfen. «Derzeit sind wir mit einer hohen Volatilität und steigenden Rohstoffpreisen konfrontiert», sagte ein Sprecher von Lindt&Sprüngli.
Einerseits sind mit der Pandemie unter anderem die Kosten für Energie, Rohstoffe und Verpackungen stark gestiegen. Andererseits verstärkte der Krieg in der Ukraine die Verknappung der Rohstoffe und den Preisanstieg. Lindt&Sprüngli sieht sich daher «gezwungen», die Preise für seine Produkte künftig anzupassen.
Bei Läderach wird die Inflation aufmerksam beobachtet, wie ein Sprecher erklärte. «Wir arbeiten an der Effizienz unserer Prozesse.» Wenn dies nicht ausreiche, werde auch Läderach die gestiegenen Preise an seine Kunden weitergeben müssen.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
05.12.2025
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?