PharmaindustrieNeuer Ärger für die Pharmabranche in den USA
SDA
28.1.2026 - 14:06
Auf die Gesundheitsbranche in den USA kommen neue Probleme zu: Die staatliche US-Krankenversicherung CMS sorgt mit einer Absage an Preiserhöhungen für Instabilität. Dies könnte auch Roche und Novartis treffen. (Archivbild)
Keystone
Als hätten die US-Zolldrohungen und der Preisdruck von US-Präsident Donald Trump der Gesundheitsbranche im vergangenen Jahr nicht schon genug Probleme bereitet, kommt nun der nächste Störfaktor aus den USA.
Keystone-SDA
28.01.2026, 14:06
SDA
Die staatliche US-Krankenversicherung Centers for Medicare & Medicaid Services sorgt mit einer Absage an Preiserhöhungen für die Versicherungsbranche für Instabilität.
Was genau ist passiert?
Die staatliche US-Krankenversicherungsagentur Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) hat am Vorabend eine überraschend niedrige Anpassung der Zahlungen für Medicare-Advantage-Pläne bekannt gegeben. Während Analysten mit einer Erhöhung zwischen 4 und 6 Prozent gerechnet hatten, entschied sich die Behörde für eine Anpassung um lediglich magere +0,09 Prozent.
Die Medicare Advantage-Pläne werden von den grossen Versicherern angeboten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des US-Gesundheitssystems, insbesondere für Menschen über 65 Jahre sowie für jüngere Personen mit bestimmten Behinderungen oder Erkrankungen.
Welche Probleme entstehen aus dieser Entscheidung?
Wie den ersten Reaktionen zu entnehmen ist, wird die geringe Erhöhung von den einzelnen Versicherungskonzernen als unzureichend angesehen, um die steigenden Pflegekosten zu decken. Damit sei ihre finanzielle Stabilität bedroht.
Allerdings ist die Entscheidung der CMS noch nicht endgültig, da der Erhöhungssatz in den kommenden Monaten festgelegt werden muss. Es besteht also noch etwas Spielraum für Nachbesserungen.
Welche weiterreichenden Folgen könnte das haben?
Wenn die Versicherer sich so unter Druck gesetzt fühlen, könnte dies indirekt auch Folgen für die Gesundheitskonzerne haben. Denn wegen der knapper werdende Zahlungen könnten Versicherer versuchen, ihre Kosten auch bei Arzneimitteln zu senken. Die Preisverhandlungen dürften in Zukunft damit härter werden.
Reagieren Gesundheits-Aktien deshalb so verschnupft?
Unabhängig von den Medicare Advantage-Verhandlungen führt CMS auch direkte Preisverhandlungen mit Pharmaunternehmen im Rahmen des Medicare-Preisverhandlungsprogramms durch. Dieses Programm ist Teil des Inflation Reduction Act (IRA) von 2022 und erlaubt der US-Regierung, mit Herstellern über Preise für bestimmte teure Medikamente zu verhandeln. Wenn ein Hersteller nicht mitmacht, drohen ihm hohe Strafen oder der Ausschluss aus dem Medicare-Markt.
Wie der aktuellen Liste des CMS zu entnehmen ist, sind 15 Arzneien dieses Mal betroffen, darunter auch Xolair von Roche sowie Cosentyx und Kisqali von Novartis. Wie es in einem Kommentar von Berenberg heisst, kommen diese 15 Mittel auf einen Netto-Umsatz von 20 Milliarden US-Dollar in den USA.
Was sagen die Unternehmen dazu?
Von Novartis heisst es in einer aktuellen Stellungnahme, man sei weiterhin der Ansicht, dass die Preisbestimmungen des IRA verfassungswidrig seien und langfristige, verheerende Folgen für Patienten haben werden. Es gäbe andere wirksamere Massnahmen zur Senkung der Selbstkosten für Patienten.
«Sowohl Cosentyx als auch Kisqali bieten einen erheblichen Mehrwert für Patienten, das US-Gesundheitssystem und die Gesellschaft, und dieser Mehrwert sollte durch den Preisbildungsprozess des IRA nicht geschmälert werden», so Novartis weiter.
Roche wiederum nahm lediglich Stellung zu seinem Mittel: «Xolair ist ein unverzichtbares Medikament für Menschen mit Lebensmittelallergien und schweren Atemwegserkrankungen, und wir stehen hinter seinem erheblichen klinischen und wirtschaftlichen Wert.»
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