Laut ETH Zürich hängt Stau auch davon ab, wie Wohnen, Arbeiten und Freizeit räumlich verteilt sind. (Symbolbild)
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Warum gibt es Stau? Eine neue Studie der ETH Zürich zeigt: Nicht nur das Strassennetz ist schuld, sondern auch die Anordnung von Wohn- und Arbeitsquartieren.
Keystone-SDA
29.04.2026, 09:28
SDA
Die Ergebnisse könnten mittelfristig die Stadt- und Verkehrsplanung verändern, teilte die ETH Zürich am Mittwoch mit. So liesse sich damit etwa vorhersagen, wie sich die Veränderung eines Stadtmerkmals – etwa der Bau eines grossen Einkaufszentrums – mittelfristig auf den Verkehr auswirken werde.
Für die in der Fachzeitschrift «Nature Communications» veröffentlichte Studie verglichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 30 Grossstädte weltweit – von Singapur bis Zürich. Sie analysierten Daten zu Verkehrsstaus und einer Vielzahl von Stadtmerkmalen. Dazu gehörten die Struktur des Strassennetzes, bestehend aus Verkehrsknoten und unterschiedlich stark frequentierten Strassenverbindungen sowie Daten zur Form von Grünflächen oder Quartieren. Die Forschenden verwendeten zudem Daten zur Funktion von urbanen Flächen wie Wohnen, Einkauf, Sport, Verwaltung oder Bildung.
Mehr als nur das Strassennetz
Die Analyse zeigte, dass neben dem Strassennetz auch die räumliche Anordnung einer Stadt und die verschiedenen Gebäudetypen das Verkehrsaufkommen massgeblich bestimmen. Eine zersiedelte Stadt führe tendenziell zu mehr Verkehr, während eine Mischnutzung von Wohnen und Arbeiten die Pendlerstrecken verkürzen und somit den Verkehr reduzieren könne. «Verkehr entsteht durch das, was Menschen tun, nicht allein durch die Existenz von Strassen», wird Erstautor Yatao Zhang in der Mitteilung zitiert.
Der internationale Vergleich offenbarte grosse Unterschiede. In Singapur etwa führe die Trennung von Wohngebieten und einem Zentrum mit Dienstleistungsarbeitsplätzen zu einer starken Kopplung von Städtebau und Pendlerströmen. In Zürich sei dieser Zusammenhang schwächer ausgeprägt, da Wohnungen über die ganze Stadt verteilt seien.
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