Swiss-Personal sauer

«Nichts aus der Geschichte gelernt»

phi

9.6.2022

coVIDE Photo Set - Grounded
Flugzeuge der Swiss und Edelweiss werden im April 2020 in Dübendorf parkiert.
KEYSTONE

Die Swiss hätte in der Krise nicht einfach 334 Flugbegleiter entlassen dürfen, kritisiert die Gewerkschaft. Die jetzigen Engpässe seien absehbar gewesen, die Stimmung beim Personal gesunken. 

phi

9.6.2022

Während der Corona-Pandemie haben die Fluggesellschaften Personal entlassen, um Kosten zu sparen. Ausserdem seien auf den Strecken, die bedient worden sind, weniger Flugbegleiter eingesetzt worden, erklärt das SRF. So hätten auf Flügen an Destinationen wie Hongkong oder Los Angeles nur noch 13 statt 14 von ihnen gearbeitet – und nun sind es sogar nur noch 12.

Der Mehraufwand werde zwar finanziell entlohnt und der Service in der Economy Class eingeschränkt, aber dennoch komme das Personal an seine Grenze. «Die Belastung steigt noch einmal stark», wird ein Mitglied der Swiss-Crew zitiert. «Die Service-Anpassungen sind nur minimale Entlastungen, die individuellen Kundenwünsche steigen so eher noch.»

Die Swiss sei sich «der herausfordernden Situation bewusst» und habe die «Massnahmen so mit den Sozialpartnern vereinbart», doch Fakt ist, dass die Airline die frühere Entlassung von 334 Flugbegleitern nicht kompensieren kann. «Aus heutiger Sicht würden wir das nicht mehr so machen», sagt Oliver Buchhofer, Leiter Flugbetrieb bei der Swiss. «Aber zum damaligen Zeitpunkt war die Entscheidung richtig.»

Die Präsidentin der Gewerkschaft des Kabinenpersonals Kapers kritisiert hingegen, dass dieselben Fehler wie nach dem Grounding 2000 oder 2005 und 2006 gemacht worden seien. «Das Management scheint nichts aus der Geschichte gelernt zu haben», sagt Sandrine Nikolic-Fuss. Man habe auch jetzt davor gewarnt, zu viel Personal zu entlassen. «Das war ein völlig unnötiger Schritt.»

Die einzig gute Nachricht für die überlasteten Mitarbeiter: Swiss will in diesem Jahr im dreistelligen Bereich neue Mitarbeiter einstellen.