Niedrige Preise sorgen für Ansturm auf Heizöl  

tafu

6.4.2020 - 11:53

Aufgrund der niedrigen Preise steigt die Nachfrage nach Heizöl enorm.
Bild: Keystone/Gaetan Bally

Die Preise für Heizöl sind massiv gesunken. Das freut Verbraucher und Hauseigentümer, doch Umweltverbände betrachten die Entwicklung mit Sorge. 

Seit Jahresbeginn ist der Preis für Heizöl eingebrochen – rund 20 Prozent weniger müssen Verbraucher zahlen. Doch auch wenn es die Konsumenten freut, Umweltverbände sorgen sich, dass der Wechsel zu den erneuerbaren Energien ausgebremst wird.

Wie «SRF» berichtet, haben die tiefen Preise einen regelrechten Ansturm auf Heizöl ausgelöst, Lieferanten könnten den Bestellungen nur mit längeren Wartezeiten nachkommen. «Wir hatten Rekordwerte bei den Tagesbestellungen», erklärt Migrol-Geschäftsführer Daniel Hofer.



Und auch Oliver Klapschus, Chef von Heizoel24, berichtet von einer steil ansteigenden Nachfragekurve. «Wir konnten bei uns auf dem Portal – und ich denke, das ist repräsentativ für den Gesamtmarkt in der Schweiz – feststellen, dass die Nachfrage ungefähr fünf bis sechs Mal höher war als in einem normalen März», so Klapschus gegenüber dem «SRF». Noch immer werden in der Schweiz 60 Prozent der Häuser mit Öl und Gas beheizt.

Kein Anreiz für erneuerbare Energien 

Die Vertreter der Umweltverbände sehen allerdings eine grosse Gefahr, sollten die Preise aufgrund einer Rezession dauerhaft so niedrig bleiben. Der Wechsel zu erneuerbaren Energien werde so ausgebremst, steigende CO2-Emissionen seien die Folge, so Patrick Hofstetter vom WWF.



Behörden versuchen schon länger, Hauseigentümer von erneuerbaren Heizsystemen zu überzeugen. Die aktuelle Lage erschwere das aber massiv. Die Energiebeauftragte der Stadt Zürich, Silvia Banfi, betont, «dass jetzt die tiefen Energiepreise für fossile Energieträger stärkere Anreize bieten, weiterhin in fossile Heizsysteme zu investieren». Zwei Drittel der Hauseigentümer, die ihre alten Heizungen ersetzen, würden noch immer eine Heizanlage mit fossilen Energieträgern kaufen. Diesem Trend müsse man dringend entgegenwirken, so Banfi.

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