KonjunkturÖkonomen-Umfrage: Wirtschaft wird 2026 nur langsam wachsen
SDA
17.12.2025 - 10:19
Ökonomen sagen für die Schweiz 2026 nur ein leichtes Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent voraus. (Symbolbild)
Keystone
Die Schweizer Wirtschaft kommt 2026 nicht auf Touren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter Konjunkturexpertinnen und -experten.
Keystone-SDA
17.12.2025, 10:19
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Die im Rahmen des sogenannten KOF Consensus Forecast befragten Ökonomen rechnen für 2026 mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts (BIP, sportbereinigt) von 1,0 Prozent, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Die Prognose ist somit gegenüber der September-Umfrage unverändert und deutet auf ein unterdurchschnittliches Wachstum hin.
Die Prognose für das ablaufende 2025 ist mit 1,3 statt 1,2 Prozent derweil leicht höher. Die Differenz zwischen den Wachstumsraten für 2025 und 2026 habe sich somit im Vergleich zur vorherigen Befragung leicht vergrössert, so das Communiqué.
Gewisser Optimismus
Die Konsenswerte für 2026 deuteten gleichwohl einen gewissen Optimismus an, wird betont. Belegt wird dies mit gegenüber 2025 höheren prognostizierten Wachstumsraten von jeweils 1,1 Prozent und 1,6 Prozent bei den Ausrüstungs- und Bauinvestitionen.
Auch beim Aussenhandel zeige sich eine leichte Verbesserung der Aussichten, was mit dem Zolldeal zusammenhängen dürfte. Im Vergleich zur vorigen Befragung erwarteten die Teilnehmenden einen weniger ausgeprägten Rückgang der Exportdynamik für 2026 im Vergleich zu 2025, so das KOF Institut.
Die Prognosen für die Inflation sind nun leicht tiefer. Für 2026 wird nun eine durchschnittliche Jahresteuerung von 0,4 nach 0,6 Prozent erwartet. Die Arbeitslosenquote wird unverändert bei 3,1 Prozent gesehen.
Am Consensus Forecast der KOF nahmen 13 Ökonominnen und Ökonomen teil. Die Umfrage wurde vom 28. November bis 10. Dezember 2025 durchgeführt.
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
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