EnergieÖlpreise steigen weiter – Iran attackiert Anlagen am Golf
SDA
12.3.2026 - 15:56
Eine Erdölförderanlage in Syrien. (Archivbild)
Keystone
Die Ölpreise sind nach iranischen Attacken auf den Energiesektor im Persischen Golf wieder gestiegen. Nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump ist das gut für die USA.
Keystone-SDA
12.03.2026, 15:56
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Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Mai stieg am Donnerstag zeitweise wieder über 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Nachmittag wurde ein Fass wieder knapp unter der Marke gehandelt, bei 99,40 Dollar. Das sind fast acht Prozent mehr als am Vortag.
Immer stärkere Angriffe der iranischen Streitkräfte gegen die Energiewirtschaft wichtiger Förderstaaten am Persischen Golf haben die Preise angetrieben. Unter anderem wurden im Oman Treibstofftanks im Hafen von Salala mutmasslich von iranischen Drohnen getroffen.
Handelsschifffahrt in Region fast komplett zum Erliegen gekommen
Zudem geraten Schiffe im Persischen Golf, der Strasse von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder unter Beschuss. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn fast komplett zum Erliegen gebracht.
Jüngste Äusserungen von Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei lassen eine längere faktische Schliessung der Strasse von Hormus erwarten. Durch die Meerenge wird Rohöl aus dem Persischen Golf vor allem in asiatische Länder geliefert. «Auch muss weiterhin der Hebel der Blockierung der Strasse von Hormus genutzt werden», wird Chamenei in staatlichen Medien des Iran zitiert.
Der Iran-Krieg sorgt nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA für eine beispiellose Störung der Ölversorgung. Der Krieg schaffe die «grösste Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes», schreibt die IEA in einer Zusammenfassung ihres monatlichen Ölmarktberichts.
Erleichterung hielt nicht lange
Zu Wochenbeginn war Preis für Rohöl aus der Nordsee wegen der Eskalation des Iran-Kriegs zeitweise auf knapp 120 Dollar gestiegen. Am Dienstag fiel der Preis dann unter anderem wegen Aussagen von US-Präsident Donald Trump über ein baldiges Kriegsende wieder bis auf fast 80 Dollar.
Doch die Erleichterung hielt nicht lange an. Auch die Ankündigung der Freigabe von strategischen Ölreserven verpuffte, und die Ölpreise legten wieder kräftig zu. Die IEA hatte am Mittwoch bekanntgegeben, eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freizugeben. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer 400 Millionen Barrel Rohöl an den Markt geben. Ihr Ziel: die durch den Krieg angespannten Märkte zu stabilisieren.
Trump: Hoher Ölpreis ist gut für die USA
Die deutlich gestiegenen Ölpreise sind nach Darstellung von Trump gut für die USA. «Die Vereinigten Staaten sind mit Abstand der grösste Ölproduzent der Welt. Wenn also die Ölpreise steigen, verdienen wir viel Geld», teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.
Trump hatte im Wahlkampf damit geworben, die Energiepreise im Land deutlich zu senken. Infolge des Kriegs im Iran waren die Benzinpreise in den USA allerdings auf das höchste Niveau seit Sommer 2024 gestiegen.
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
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«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
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