BuchhandelOrell Füssli verkauft 2024 mehr Bücher und baut Filalnetz aus
SDA
14.3.2025 - 09:06
Der Buchhandel trägt für Orell Füssli knapp die Hälfte des Umsatz bei. (Archivbild)
Keystone
Die Orell Füssli-Gruppe hat im Buchhandel weiter zugelegt. Die Orell Füssli Thalia, an der die Gruppe zu 50 Prozent beteiligt ist, erwirtschaftete knapp 249 Millionen Franken. Davon entfällt je die Hälfte auf Orell Füssli und den deutschen Partner Thalia.
Keystone-SDA
14.03.2025, 09:06
SDA
Damit trug das Buchgeschäft mit 125 Millionen Franken fast die Hälfte zum Umsatz der Industrie- und Handelsgruppe Orell Füssli von 253 Millionen Franken bei, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die übrigen Umsätze erzielt die Gruppe im Sicherheitsdruck, wo auch die Schweizer Banknoten gedruckt werden, und im Industriesegment Zeiser.
Marktführerschaft ausgebaut
Im Vergleich zum Vorjahr legten die Buchverkäufe 2024 um 6 Prozent zu. Gemäss eigenen Angaben konnte Orell Füssli damit die Marktführerschaft im Schweizer Buchhandel weiter auszubauen.
Das Wachstum trug nicht zuletzt der Ausbau des Filialnetzes bei. Insgesamt sechs neue Buchhandlungen eröffnete Orell Füssli im vergangenen Jahr, vier davon an den Bahnhöfen Chur, Aarau, Winterthur und Zug. Die beiden weiteren Filialen entstanden im Einkaufszentrum Letzipark in Zürich und im Einkaufsquartier in Uster im Zürcher Oberland.
Zudem übernahm Orell Füssli im Rahmen von Nachfolgelösungen eine weitere Buchparadies-Filiale im Einkaufszentrum 'Mall of Switzerland' im luzernischen Ebikon und die Buchhandlung Rapunzel am Bahnhof in Liestal im Baselbiet Im laufenden Jahr soll das Filialnetz weiter ausgebaut und damit das Umsatzwachstum weiter vorangetrieben werden.
Immer mehr eBooks
Der Online-Handel gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Laut Orell Füssli ist der Umsatz im E-Commerce im Jahr 2024 erneut deutlich gestiegen. Das Unternehmen sieht auch positive Rückwirkungen auf den stationären Handel. So hätten sich 10 Prozent aller Onlinekunden ihre Bestellung in eine Filiale liefern lassen.
Immer beliebter wird auch das Lesen auf dem Tablet oder Handy. Orell Füssli zeigt sich überrascht, wie stark das digitale Geschäft mit E-Books und E-Readern gewachsen ist. Ein Grund dafür sei die persönliche Beratung und der Service in den Buchhandlungen. Damit hebe man sich von der Konkurrenz ab.
Als weiteren Grund nennt das Zürcher Traditionsunternehmen die 2022 eingegangene Partnerschaft mit Skoobe: Der Münchner Anbieter von E-Book-Abonnements habe sich im deutschsprachigen Raum etabliert und entwickle sich nachhaltig.
Erfolg mit Lehrbüchern
Wesentlich zum Erfolg der Gruppe trägt inzwischen auch das Verlagsgeschäft mit Bildungsmedien, juristischen Medien und Kinderbüchern bei. Orell Füssli ist heute einer der führenden Anbieter von Lehr- und Lernmedien in der Schweiz. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Übernahme des Lehrmittelverlags Hep im Jahr 2022.
Auch hier setzt Orell Füssli verstärkt auf das digitale Geschäft. So entwickelt der Hep Verlag gemeinsam mit Partnern einen Prototyp für ein KI-gestütztes Gesprächstraining. Zudem wurde das digitale Lehrmittel «myKV» für die dreijährige KV-Lehre weiter ausgebaut.
Die Verlage fasst Orell Füssli zusammen mit Procivis, einem Anbieter von Softwarelösungen für elektronische Identitäten und digitale Nachweise, als «übrige Geschäftsfelder» zusammen. Sie trugen 2024 17,3 Millionen Franken zum Gruppenumsatz bei.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
05.12.2025
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?