Dank altem AbkommenPilatus kriegt Spezial-Zolldeal mit Trump – 0 Prozent
Sven Ziegler
21.11.2025
Das Pilatus-Flugzeug PC-24 ist in den USA ein gefragter Businessjet. (Archivaufnahme)
sda
Im neuen Zollabkommen zwischen der Schweiz und den USA erhält der Nidwaldner Flugzeugbauer Pilatus eine Sonderregel: Während die übrige Exportindustrie künftig 15 Prozent Zoll zahlen soll, fallen für zivile Pilatus-Flugzeuge gar keine Abgaben mehr an.
Der neue Zollkompromiss zwischen der Schweiz und den USA sorgt für zusätzliche Bewegung in der Luftfahrtbranche. Während für den Grossteil der exportierenden Industrie künftig ein reduzierter Einfuhrzoll von 15 Prozent gelten soll, erhält der Flugzeugbauer Pilatus eine Ausnahmeregelung. Für zivile Flugzeuge der Typen PC-12 und PC-24 fällt der Zoll vollständig weg. Das schreibt der «Blick»
Möglich wird dies durch die Rückkehr der USA zu einem Luftfahrtabkommen aus dem Jahr 1979. Damals hatten sich über 30 Staaten verpflichtet, im zivilen Flugzeugbau auf Zölle zu verzichten. Mit den Strafzöllen, die Präsident Trump im Sommer verhängt hatte, war diese Regel vorübergehend ausgehebelt worden. Nun bestätigt die US-Luftfahrtvereinigung NBAA, dass Washington gegenüber der Schweiz und Südkorea zur Nullzoll-Regel zurückkehrt.
Pilatus will sich nicht gross äussern
Die Branche reagiert positiv. Nullzölle seien ein «wichtiger Beitrag zu stabilen Handelsbeziehungen», erklärte NBAA-Präsident Ed Bolen. Für Pilatus, das rund 40 Prozent seiner zivilen Flugzeuge in die USA liefert, hat die Entscheidung unmittelbare Folgen: Die im August ausgesetzten Lieferungen wurden wieder aufgenommen.
Öffentlich tritt Pilatus dennoch zurückhaltend auf. Das Unternehmen bedankt sich zwar bei Bund und US-Regierung für die Einigung, vermeidet aber klare Aussagen zum Sonderstatus. Man wolle nicht spekulieren, heisst es auf Anfrage. In Stans ist man sich offenbar bewusst, dass der 0-Prozent-Zoll im Inland für Diskussionen sorgen könnte – insbesondere, weil andere Industriezweige weiterhin mit 15 Prozent belastet werden.
Tatsache ist: Für den Flugzeugbauer schafft der Entscheid sofortige Planungssicherheit. Die USA sind seit Jahren der wichtigste Markt, bei einigen Modellen wie der PC-12 sogar der dominante Absatzkanal. Kleinere Airlines und Betreiber wie Tradewind Aviation oder Planesense setzen im grossen Stil auf Maschinen aus Nidwalden.