ZentralbankPräsident der deutschen Bundesbank warnt vor steigender Inflation
SDA
13.5.2026 - 10:57
Für Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, werden Zinserhöhungen immer wahrscheinlicher. (Archivbild)
Keystone
Bundesbankpräsident Joachim Nagel hat vor einer höheren Inflation gewarnt und eine schnelle Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) auf der nächsten Zinssitzung im Juni in Aussicht gestellt.
Keystone-SDA
13.05.2026, 10:57
SDA
«Wir können die hohen Energiepreise nicht ausblenden», sagte Nagel dem deutschen «Handelsblatt». «Zinserhöhungen werden immer wahrscheinlicher, wenn sich das Inflationsbild nicht grundsätzlich ändert.»
«Bei der Inflation kann noch einiges auf uns zukommen», warnte Nagel, der auch Ratsmitglied der EZB ist. Er wollte Inflationsraten über vier Prozent in einzelnen Monaten nicht ausschliessen. Der Notenbanker betonte: «Selbst bei einem baldigen Kriegsende könnte die Inflationsrate deutlich länger erhöht bleiben, als wir noch vor Wochen dachten.»
Kerninflation fällt deutlich geringer aus
Zuletzt war die Inflation in der Eurozone im April auf 3,0 Prozent gestiegen. Sie liegt damit deutlich über dem Ziel der EZB, die eine mittelfristige Teuerung von zwei Prozent anstrebt. Allerdings liegt die Kernrate der Inflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeblendet werden, deutlich niedriger.
Da sich weiter keine Fortschritte hin zu einem Ende des Iran-Kriegs abzeichnen und der Transport von Waren durch die Strasse von Hormus behindert bleibt, steigt an den Finanzmärkten die Erwartung, dass die EZB die Zinsen erhöhen könnte. Der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau machte aber im Radiosender «France Info» deutlich, dass es noch keine ausreichenden Informationen über die weitere Entwicklung der Kerninflation gebe.
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
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Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
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Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
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