Deutsche Industrie fordert «rote Linien»

dpa

5.9.2021 - 10:37

14.07.2021, Hamburg: Das Containerschiff «Cap San Lorenzo» steht im Hafen. Wegen zu viel Ammoniumnitrat an Bord muss der Frachter der Reederei Hamburg Süd den Hamburger Hafen verlassen. Foto: Sebastian Peters/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Sebastian Peters)
Drehscheibe für den Handel mit China: der Hamburger Hafen Mitte Juli. 
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Während China seinen Markt abschotte, gewähre die EU freien Zugang. Das müsse Konsequenzen haben, sagt der Präsident des deutschen Bundes der Industrie.

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5.9.2021 - 10:37

Die deutsche Industrie fordert rote Linien für den Umgang mit China und seiner Wirtschaftspolitik. «Wer vom freien Zugang zu unserem Markt weiter profitieren will, muss sich an Grundregeln halten und auch seinen eigenen Markt öffnen», sagte der Präsident des Branchenverbands BDI, Siegfried Russwurm, der «Deutschen Presse-Agentur».

Das müssten andere Staaten den Chinesen deutlich machen.«Ich bin optimistisch, dass sich eine internationale Koalition für den richtigen Umgang mit Peking schmieden lässt», sagte Russwurm. Innerhalb der EU sei der Konsens relativ breit, auch mit den USA sowie Ländern wie Australien, Neuseeland, Japan und Kanada gebe es grosse Übereinstimmung.

China ist für viele deutsche Unternehmen einer der wichtigsten Märkte weltweit – allerdings ist auch der Wettbewerb gross. Zuletzt hatten Waren aus China der deutschen Exportwirtschaft auch in der EU zunehmend Konkurrenz gemacht. Von der Corona-Krise erholte sich die chinesische Wirtschaft schneller als die europäische.

Während die EU chinesischen Unternehmen weitgehend freien Zugang zu ihrem Markt gewährt, schottet China seinen eigenen Markt stärker ab. Das sei jedoch nicht das einzige Problem, sagte Russwurm. China verstosse immer wieder gegen die globalen Regeln, etwa bei der Achtung der Menschenrechte.

«Für Politik wie für Unternehmen gilt, dass sie ihre roten Linien kennen müssen, hinter die man nicht zurückgeht», betonte er. «Ein Unternehmen kann nicht das Risiko akzeptieren, dass in seiner Wertschöpfungskette Zwangsarbeit oder Kinderarbeit passieren. Da muss jedes Unternehmen für sich seine roten Linien finden», sagte der BDI-Chef.

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