Polizei warnt ElternRattengift in Babykost – Firma aus Obwalden wird erpresst
dpa
19.4.2026 - 13:09
In Österreich, Tschechien und der Slowakei ist der Babykosthersteller Hipp möglicherweise Opfer eines Erpressers.
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In Österreich, Tschechien und der Slowakei ist der Babykosthersteller Hipp möglicherweise Opfer eines Erpressers. Die Schweiz und Deutschland sind derzeit nicht betroffen.
DPA
19.04.2026, 13:09
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Die in Deutschland gegründete Firma Hipp Holding AG mit Sitz in Sachseln OW wird erpresst. Eine internationale Fahndung läuft.
Ein Glas mit Babynahrung, das mit Rattengift versetzt war, wurde in Österreich entdeckt.
Nach einem zweiten vergifteten Glas wird gesucht: Die österreichische Polizei hat Eltern deshalb gewarnt.
Die Polizei fahndet in Österreich, Tschechien und der Slowakei nach einem möglichen Erpresser, der Hipp-Babynahrung vergiftet hat. Deutschland ist laut Polizeipräsidium Oberbayern Nord nicht betroffen, doch ermittelt auch hierzulande die Kripo Ingolstadt.
Insbesondere die österreichische Polizei sucht mit Hochdruck nach einem zweiten mit Rattengift verseuchten Glas «Karotten mit Kartoffeln» 190 Gramm, das wie ein bereits gestern entdecktes Glas im Burgenland südöstlich von Wien in Umlauf gebracht worden sein soll.
Nach österreichischen Angaben wird das im bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm gegründete Familienunternehmen erpresst. Das Ingolstädter Polizeipräsidium bestätigte das jedoch nicht.
Österreichische Polizei warnt Eltern
Die österreichische Polizei rief Eltern von Kleinkindern auf, zu überprüfen, ob sie womöglich ein manipuliertes Glas im Schrank haben. Zu erkennen sind manipulierte Gläser demnach daran, dass der Deckel beschädigt und der beim Öffnen übliche Plopp-Laut nicht zu hören sei.
Zudem sollen die manipulierten Gläser einen weissen Aufkleber mit rotem Ring am Glasboden haben. Produkte und Vertriebswege in Deutschland oder anderen europäischen Ländern, die nicht Bestandteil der Ermittlungen sind, seien nicht betroffen, sagte Hipp-Sprecher Clemens Preysing der Deutschen Presse-Agentur.
Er bestätigte, dass ausser in Österreich mit Rattengift verseuchte manipulierte Gläschen auch in Tschechien und der Slowakei aufgetaucht seien. Die Handelspartner in Tschechien und der Slowakei hätten vorsorglich alle Hipp-Gläschen aus dem Verkauf genommen, sagte der Hipp-Sprecher.
Er sprach von einem «einen externen kriminellen Eingriff.» «Der Vorfall steht in keinem Zusammenhang mit Produktqualität oder Herstellung», betonte er. Laut bayerischer Polizei wird in Österreich in zwei Bundesländern gesucht: Neben dem Burgenland auch in Oberösterreich.
Die Ingolstädter Kripo führt und koordiniert demnach Ermittlungen und steht in engem Kontakt mit dem Unternehmen, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums in Ingolstadt sagte. Weitere Einzelheiten nannte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.
«Wichtig ist, dass man das Glas findet und es aus dem Verkehr zieht», sagte der österreichische Polizeisprecher Helmut Marban der dpa. «Es spricht viel dafür, dass es nur dieses zweite Glas gibt.»
Auch die österreichische Polizei hält sich bedeckt
Dies erschliesse sich aus kriminaltaktischen Quellen. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. «Jedes weitere Detail, das man nennt, könnte die Ermittlungen gefährden.» Trotzdem seien weitere Manipulationen nie auszuschliessen.
Hinweise auf die manipulierten Gläschen kamen nach seinen Angaben aus Deutschland. In Südmähren in Tschechien hat die Staatsanwaltschaft Brünn Ermittlungen aufgenommen, wie ein dortiger Polizeisprecher sagte. Man schätze die Gefahrensituation in Tschechien aber als «nicht sehr hoch» ein.
Die Firma hatte in Österreich am 17. April alle Produkte aus den Spar-Supermärkten zurückgerufen. Sie warnte: «Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein.»
Kunde lieferte verdächtiges Gläschen ab
Am Nachmittag hatte ein Kunde dann ein verdächtiges Gläschen abgeliefert, das noch nicht benutzt worden war. Es war in der Ortschaft Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) aufgetaucht. Bei einer Analyse wurde darin Rattengift nachgewiesen.
Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) sprach von einem Erpressungsversuch. Nach Angaben von Ages können Wirkstoffe in Rattengiften zu einer verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes führen.
Mögliche Folge sind Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blaue Flecken oder Blut im Stuhl. Sollten Eltern solche Symptome bei ihren Kindern feststellen, die Hipp-Nahrung gegessen hatten, sollten sie unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Das Unternehmen hatte seine Ursprünge vor mehr als 120 Jahren in Pfaffenhofen. Sitz der Hipp Holding AG ist heute in Sachseln im Schweizer Kanton Obwalden.
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