Experte erklärt AuswirkungenIst das heutige Börsenbeben nur der Anfang?
Samuel Walder
3.2.2025
An der Börse geht es am Montag abwärts.
KEYSTONE
US-Präsident Donald Trump macht weiter mit seiner Einbahn-Politik. Am Montag verhängt er Strafzölle gegen Kanada, China und Mexiko. Auch gegen Europa verhängt er Strafzölle. Ein Experte erklärt gegenüber blue News, was das für die Schweiz bedeutet.
Donald Trumps Ankündigung neuer Strafzölle gegen Europa führte zu Kursverlusten an den Börsen.
Besonders betroffen wären in der Schweiz Unternehmen wie Kühne + Nagel und Logitech, während die Pharmaindustrie aufgrund ihrer Marktmacht weniger anfällig erscheint.
Eine Eskalation des Handelskonflikts könnte erst Konsumenten treffen, falls die Schweiz Gegenmassnahmen ergreift.
Die jüngsten Ankündigungen von Donald Trump, Strafzölle für Europa zu verhängen, haben an den Börsen Wellen geschlagen. Auch der Schweizer Leitindex SMI blieb davon nicht unberührt und verzeichnete am Montagmorgen zwischenzeitlich ein Minus von 1,65 Prozent.
«Der Hauptgrund für die heutigen Bewegungen sind die Strafzoll-Ankündigungen von Donald Trump», erklärt Felix Jäger, Anlagestratege der Zürcher Kantonalbank (ZKB), gegenüber blue News. Dennoch sei der SMI weniger betroffen als andere Indizes. Ein Blick in die Zukunft wagt Jäger trotzdem: «Am stärksten treffen könnte es in der Schweiz das Logistikunternehmen Kühne + Nagel, da es direkt mit internationalen Handelsströmen verknüpft ist.»
Auch Logitech könnte betroffen sein, da die Firma viel in die USA exportiert. Das natürlich nur unter der Prämisse, dass Trump Strafzölle auf die Schweiz verhängen würde und diese entsprechend mit Gegenmassnahmen reagiert.
Die Autoindustrie könnte jetzt noch stärker unter Druck stehen
In der Eurozone hingegen sei der Automobilsektor am stärksten betroffen. «Das ist nachvollziehbar, denn in den USA gibt es Alternativen zu europäischen Autos», so Jäger.
Wenig betroffen könnte wohl die Pharmaindustrie sein. «Die Marktmacht von Roche oder Novartis ist hoch. Für viele ihrer Medikamente gibt es keine Alternativen in den USA», erklärt Jäger. Darum seien Amerikanerinnen und Amerikaner weiter gezwungen, Medikamente der Schweizer Unternehmen zu kaufen. Auch, wenn die Produkte infolge möglicher Strafzölle teurer werden könnten.
Wie könnte sich eine Eskalation auswirken?
Sollte der Handelskonflikt weiter eskalieren, wäre das grundsätzlich negativ für den Schweizer Aktienmarkt. «Dennoch muss man sagen, dass der SMI nicht stark betroffen ist. Seit Jahresbeginn steht er immer noch 8 Prozent im Plus», so Jäger.
Der US-Markt sei weiterhin robust, was für die Aktienlandschaft insgesamt ein positives Umfeld schaffe. Die eigentliche Frage sei jedoch, wen Trump als Nächstes ins Visier nimmt. «Bisher hat er Kanada, Mexiko und China getroffen.»
Sollten Zollschlupflöcher geschlossen werden, könnte dies mittelfristig auch Schweizer Unternehmen treffen. Doch viele Schweizer Firmen besitzen eine hohe Preissetzungsmacht, was sie robuster macht.
Steigen bald die Preise für Schweizer Konsumenten?
Dass die Schweizer Bevölkerung die Auswirkungen direkt spüren wird, sei unwahrscheinlich. «Teurer könnten Produkte aus den USA werden, wenn die USA tatsächlich Zölle gegen die Schweiz verhängen – und die Schweiz mit Gegenmassnahmen reagiert», erklärt Jäger. Doch für konkrete Prognosen sei es noch zu früh.
Fest steht: Die Handelsstreitigkeiten bleiben ein Risikofaktor – doch die Schweizer Wirtschaft zeigt sich bislang widerstandsfähig.
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