RüstungsindustrieRheinmetall verbucht einen Rekord nach dem anderen
SDA
6.11.2025 - 13:07
Rheinmetall mit stark steigendem Umsatz (Archivbild)
Keystone
Als Folge des Ukraine-Kriegs bleibt Deutschlands grösster Rüstungskonzern Rheinmetall bei seinen Geschäften auf Rekordkurs.
Keystone-SDA
06.11.2025, 13:07
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Wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte, stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 20 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro und das operative Ergebnis um 18 Prozent auf 835 Millionen Euro. So hohe Werte hatte Rheinmetall binnen neun Monaten noch nie verbucht. Das Management bestätigte sein ambitioniertes Jahresziel: 2025 soll der Umsatz mindestens 25 Prozent höher liegen als 2024 – im letzten Jahresquartal soll kräftig Kasse gemacht werden.
Eitel Sonnenschein herrscht derzeit allerdings nicht in der Waffenschmiede, denn in der Finanzsparte Nomination – einer Art erweitertem Auftragseingang – gab es einen deutlichen Rückgang, mit 17,6 Milliarden Euro lag der Wert etwa vier Milliarden Euro unter dem Vorjahr. Der Wert ist zwar gesunken, im langjährigen Vergleich aber immer noch sehr hoch.
Es geht hierbei um den klassischen Auftragseingang, neu abgeschlossene Rahmenverträge mit Militärs und andere Kundenvereinbarungen über künftige Abrufe. Manche Regierungen von Nato-Staaten möchten angesichts der russischen Bedrohung zwar deutlich mehr in ihre Armee investieren, die tatsächlichen Bestellungen gehen dann aber eher schleppend ein.
Warten auf noch mehr Bundeswehr-Bestellungen
Grösster Kunde von Rheinmetall ist die Bundeswehr, also der Bund. Der Bundeshaushalt war unlängst erst mit deutlicher Verzögerung verabschiedet worden, auch deshalb waren dem Bund etwas die Hände gebunden. Grundsätzlich bleiben die Aussichten für Rheinmetall aber sehr positiv, schliesslich sind Bundeswehr-Ausgaben weitgehend von der deutschen Schuldenbremse ausgenommen.
«Wir haben uns kraftvoll entwickelt und sind mit solidem Wachstum auf gutem Kurs zur Erreichung unserer anspruchsvollen Jahresziele», sagte Konzernchef Armin Papperger. «Jetzt sind die Weichen gestellt für ein starkes viertes Quartal, zumal die geplanten Grossprogramme der Bundeswehr nun in der Finanzplanung des Bundes abgesichert sind und in den kommenden Monaten in die Beauftragung gehen werden.»
Breites Produktportfolio
Rheinmetall stellt Panzer, Artillerie, Flugabwehrgeschütze, Militär-Lastwagen, Drohnen und Munition her. Bei Artilleriegranaten ist die Firma der grösste Hersteller der westlichen Welt, an dem niedersächsischen Standort in Unterlüss wurde dafür kürzlich ein neues Werk in Betrieb genommen. Die Waffenschmiede baut ihre Produktionskapazitäten stark aus. «Aktuell sind es 13 Werke, die wir in Europa entweder neu entstehen lassen oder massiv ausbauen», sagte Manager Papperger. Kürzlich erfolgte ein Spatenstich für ein neues Werk in Litauen, eins in Lettland soll folgen. Und mit der bulgarischen Regierung vereinbarte Rheinmetall kürzlich den Bau von zwei Werken für Munition und Pulver in dem Nato-Staat.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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