Temporärer Bahn-Stopp Millionenprojekt am Säntis – jetzt bangen 40 Mitarbeitende um ihre Jobs

Sven Ziegler

12.2.2026

Die Säntis-Schwebebahn wird neu gebaut. 
Die Säntis-Schwebebahn wird neu gebaut. 
KEYSTONE

Der Neubau der Säntis-Schwebebahn bringt nicht nur touristische Veränderungen, sondern sorgt auch für Diskussionen um Arbeitsplätze. Rund 40 Mitarbeitende benötigen während des Betriebsunterbruchs zwischen Mai und Spätherbst 2026 eine Übergangslösung.

Sven Ziegler

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  • Wegen des Neubaus der Säntis-Schwebebahn sind rund 40 Mitarbeitende vom temporären Betriebsunterbruch betroffen.
  • Der Gewerkschaftsbund St.Gallen-Appenzell fordert einen Sozialplan und kritisiert mögliche Kündigungen sowie unbezahlten Urlaub.
  • CEO Jakob Gülünay betont, man setze auf interne Lösungen, Weiterbildungen und temporäre Vermittlungen – Massenentlassungen seien nicht geplant.

Zwischen Mai und Spätherbst steht am Säntis ein Grossprojekt an. Die Säntis-Schwebebahn AG investiert 22,7 Millionen Franken in eine komplett neue Bahn, die ab Ende 2026 Gäste auf den Gipfel transportieren soll. Während der Bauphase fährt die Bahn nicht, was unmittelbare Folgen für das Personal hat.

Nach Angaben des Unternehmens sind rund 40 der insgesamt etwa 220 Mitarbeitenden direkt vom temporären Unterbruch betroffen. Urs Dähler, kaufmännischer Leiter der Säntis-Schwebebahn AG, erklärte bereits vergangene Woche gegenüber der «Appenzeller Zeitung», für einen Teil dieser Personen gebe es noch keine definitive Lösung. Kündigungen schloss er nicht kategorisch aus, betonte jedoch, es werde keine Massenentlassungen geben.

Diese Aussagen rufen nun den Gewerkschaftsbund St.Gallen-Appenzell auf den Plan. In einer Medienmitteilung kritisiert die Organisation, es sei stossend, dass ein Betrieb mit entsprechender finanzieller Substanz überhaupt Kündigungen in Erwägung ziehe. Ein temporärer Betriebsunterbruch gehöre bei einem Unternehmen dieser Grössenordnung zum unternehmerischen Risiko und dürfe nicht auf die Angestellten überwälzt werden. Besonders problematisch sei das Angebot von unbezahltem Urlaub, weil damit das wirtschaftliche Risiko faktisch den Mitarbeitenden übertragen werde.

Geschäftsleitung weist Vorwürfe zurück

Der Gewerkschaftsbund fordert deshalb einen Sozialplan, der klare Leitplanken für den Umgang mit den betroffenen Angestellten festlegt. Man erwarte, dass das Unternehmen auf Kündigungen verzichte, zumal es selbst kommuniziere, nach Abschluss der Bauarbeiten wieder auf das bestehende Personal angewiesen zu sein. Zudem äussert die Organisation die Sorge, dass insbesondere ältere oder gesundheitlich angeschlagene Mitarbeitende zuerst unter Druck geraten könnten.

Die Geschäftsleitung weist diese Vorwürfe entschieden zurück. CEO Jakob Gülünay betont auf Anfrage der «Appenzeller Zeitung», unbezahlter Urlaub sei lediglich eine von mehreren Optionen, die den Angestellten freiwillig offenstünden. Das Unternehmen werde während des Unterbruchs weiterhin die Arbeitgeberbeiträge an die Pensionskasse leisten und biete interne Alternativbeschäftigungen an.

Darüber hinaus verfüge die Säntis-Schwebebahn AG seit vergangenem Jahr über eine eigene Personalvermittler-Lizenz und betreibe ein Jobportal, um Mitarbeitende temporär bei Partnerbetrieben unterzubringen.

Gülünay erklärt, man stehe mit zahlreichen Unternehmen in der Region in Kontakt, wobei aktuell mehr offene Stellen gemeldet seien, als Mitarbeitende vorübergehend platziert werden müssten. Ziel sei es, für alle Betroffenen eine passende Lösung zu finden. Sollte dies im Einzelfall nicht gelingen, würden sozialverträgliche Lösungen angestrebt. Den Vorwurf, ältere oder gesundheitlich angeschlagene Personen würden bevorzugt entlassen, weist das Unternehmen ausdrücklich zurück.