RaumfahrtSatellit «Smile» hebt bald mit Schweizer Technik ab
SDA
17.5.2026 - 09:30
Der Smile-Satellit ist bereits in der Spitze einer Vega-C-Rakete verpackt.
Keystone
Die Weltraummission «Smile» steht in den Startlöchern: Am 19. Mai um 05.52 Uhr Schweizer Zeit wird der «Smile»-Satellit an Bord einer Rakete ins All befördert, um Sonnenstürme zu erforschen. Mit an Bord ist auch Technologie aus der Schweiz.
Keystone-SDA
17.05.2026, 09:30
SDA
Für die beteiligten Forschenden ist der Start ein besonderer Moment – und zugleich nervenaufreibend. «Ich würde beim Start am liebsten in den Keller gehen und warten, bis alles vorüber ist», sagte André Csillaghy von der FHNW im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Unter seiner Leitung entwickelte ein Schweizer Konsortium Software für die Mission sowie einen entscheidenden Bestandteil der Hardware, ohne den das Teleskop nicht funktionieren würde. «So ein Start ist ein grandioser Moment – aber die Gedanken gehen zu diesen ganz delikaten Teilen, die man selbst entwickelt und gebaut hat und die dann auf der Rakete sind, während alles vibriert.»
Vor acht Jahren haben Csillaghy und sein Team von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), und der Schweizer Unternehmen KOEGL Space und Space Acoustics mit der Arbeit an der Mission angefangen.
Zunächst war der Start für den 9. April vorgesehen. Aufgrund eines technischen Problems wurde er verschoben.
Weltraumwetter verstehen
«Smile» ("Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer") ist ein Projekt der europäischen und chinesischen Weltraumorganisationen. Ziel der Mission ist es, das Weltraumwetter besser zu verstehen – und vielleicht sogar vorherzusagen.
Das Wetter im All wird durch Sonnenwinde und Sonnenstürme bestimmt, bei denen geladene Teilchen aus der Sonne geschleudert werden. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 2 Millionen Kilometern pro Stunde werden die Teilchen in Richtung Erde geschleudert. Dort treffen sie auf einen unsichtbares Schutzschild: Die Magnetosphäre. Sie lenkt die Teilchen ab.
Treffen die Teilchen auf das Magnetfeld der Erde, entstehen aber nicht nur Polarlichter, sondern komplexe Wechselwirkungen: Satelliten können beschädigt, Navigationssysteme gestört und sogar Stromnetze auf der Erde beeinflusst werden. Diese Prozesse will «Smile» umfassend vermessen.
Der Satellit ist dafür mit vier wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet: einer Röntgenkamera, einer Ultraviolettkamera, einem Ionenspektrometer und einem Magnetometer. Während die UV-Kamera Polarlichter bis zu 45 Stunden am Stück beobachten kann, soll die Röntgenkamera – genannt «Soft X-ray Imager (SXI)» – als grösstes der vier Instrumente erstmals das sonst unsichtbare Magnetfeld der Erde visualisieren.
Rocket-Science aus der Schweiz
Zu dieser Röntgenkamera leistete die Schweiz einen entscheidenden Beitrag: So wurde an der FHNW in Windisch das Kühlsystem für das Teleskop entwickelt, gefertigt und getestet. Beim «Radiator Assembly», wie das Kühlsystem heisst, handle es sich um eine Art Heizkörper, erklärte Csillaghy. «Aber einen Rocket-Science-Heizkörper.»
Der Rocket-Science-Heizkörper ist dafür verantwortlich, die Detektoren auf die erforderlichen Betriebstemperaturen von rund minus 110 Grad Celsius zu bringen. Das unscheinbare, rechteckige Panel misst etwa 30 mal 40 Zentimeter und ist auf der sonnenabgewandten Seite des Teleskops montiert.
«Ohne diese Kühlung würde die Kamera nicht funktionieren», betont Csillaghy. Die extremen Bedingungen im All – auf der Sonnenseite kann es bis zu 160 Grad heiss werden, auf der Schattenseite bis zu minus 200 Grad kalt – machen die Entwicklung des Radiators besonders anspruchsvoll.
Auch Software für die Mission haben Schweizer Forschende beigesteuert. Sie entwickelten Algorithmen, um die Bildqualität der Weitwinkelkamera zu verbessern. Die Kamera soll eine riesige Region der Magnetosphäre erfassen und befindet sich dabei vergleichsweise nah am beobachteten Gebiet. Der dafür erforderliche besonders breite Blickwinkel macht es schwierig, durchgehend scharfe und detailgenaue Bilder zu erhalten.
«Traditionelle Methoden sind hier etwas beschränkt», so Csillaghy. Deshalb setzt das Team auf künstliche Intelligenz und Deep-Learning-Verfahren, um die relevanten Strukturen sichtbar zu machen. Sobald das Instrument eingeschaltet wird, sind die Forschenden der Hochschule für Informatik FHNW für die Datenauswertung verantwortlich.
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Chinas Staatschef warnt Trump vor Konflikt um Taiwan. Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump macht der chinesische Staatschef Xi klar, dass die Taiwan-Frage die Beziehung zwischen seinem Land und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen» könnte. Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnet hat, ist nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern.
14.05.2026
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
29.01.2026
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik
Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
23.01.2026
Trump und Xi in China: Treffen beginnt mit Warnung wegen Taiwan
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
«Kein kuscheliger Ort»: Merz warnt in Davos vor neuer Machtpolitik