BahnverkehrSBB prüfen Züge für mehrere Millionen Franken auf Asbest
SDA
7.11.2025 - 13:13
Hunderte Wagen der SBB werden wegen Asbest unter die Lupe genommen, darunter Fernverkehrszüge des Typs EW IV. (Archivbild)
Keystone
Die SBB lassen über 400 Züge auf Asbest und andere Schadstoffe untersuchen. Für die Analysen und allfällige Sanierungen hat die Bahn in den kommenden Jahren fast 5 Millionen Franken vorgesehen.
Keystone-SDA
07.11.2025, 13:13
07.11.2025, 13:43
SDA
Für die Prüfung durch eine spezialisierte Firma gebe die Bahn in den nächsten fünf Jahren rund 1,4 Millionen Franken aus, teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Sie bestätigte damit die entsprechende Berichterstattung von CH Media.
Auf Basis dieser Analysen erstellen die SBB demnach ein Sanierungs- und Entsorgungskonzept. Zwischen 2026 und 2031 habe die Bahn rund 3,5 Millionen Franken für die Schadstoffsanierung im Personenverkehr vorgesehen. Potenziell belastet seien verschiedene Flotten, wovon die meisten noch bis in die 2030er Jahre im Einsatz stünden.
Schadstoffermittlungen sind laut der Sprecherin bei den SBB seit Jahren gängige Praxis. Im Fokus stehen neben Asbest auch weitere Bauschadstoffe und Schwermetalle.
Es handle sich um eine normale Material-Kontrolle, betonte SBB-CEO Vincent Ducrot am Freitag im Gespräch mit Keystone-SDA. Von einer Asbest-Belastung in Waggons könne keine Rede sein. Das werde lediglich kontrolliert. Es habe keinen konkreten Verdacht gegeben.
Keine akute Gefahr
Gefährdung für Reisende und Mitarbeitende bestehe derweil nicht, gaben die SBB an. Ohne eine Beschädigung der gebundenen Asbestprodukte würden keine Schadstoffe freigesetzt. Die Proben würden zudem in Bereichen durchgeführt, auf die Passagiere keinen Zugang haben.
Der Einsatz des Baustoffs Asbest ist in der Schweiz seit 1990 verboten. Er wird zur Gefahr für die Gesundheit, wenn dessen Fasern freigesetzt und eingeatmet werden.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
05.12.2025
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?