Über 1,4 Milliarden FrankenVergeben SBB erneut Grossauftrag ins Ausland?
Noemi Hüsser
17.12.2025
Die Digitalisierung der Stellwerke soll das Bahnnetz fit für die Zukunft machen – doch der Hauptauftrag soll laut einem Medienbericht an den japanischen Konzern Hitachi gehen.
sda
Laut einem Medienbericht haben die SBB erneut einen grossen Auftrag ins Ausland vergeben. Der japanische Konzern Hitachi solle grosse Teile des Stellwerksystems digitalisieren. Die SBB dementieren.
Erneut soll ein Auftrag der SBB ins Ausland gehen. Das berichtet CH Media unter Berufung auf ein auf Linkedin veröffentlichtes Foto. Das Foto zeigt SBB-Chef Vincent Ducrot beim Handschlag mit Hitachi-Manager Kurt Sauerwein.
Der japanische Bahntechnikkonzern Hitachi Rail feiert damit den Gewinn eines Grossauftrags zur Digitalisierung des Schweizer Bahnnetzes. Das Auftragsvolumen beträgt laut Hitachi bis 1,4 Milliarden Franken – das Unternehmen spricht von einem «landmark project».
Konkret soll es um einen langfristigen Rahmenvertrag für digitale Stellwerkstechnik gehen. Über rund 20 Jahre soll Hitachi einen grossen Teil der teils aus den 1950er-Jahren stammenden Stellwerke ersetzen.
Eine offizielle Medienmitteilung der SBB zum Linkedin-Post gab es laut CH Media nicht. Allerdings hatten die SBB bereits Anfang Oktober kommuniziert, dass sie Rahmenverträge für Stellwerke im Umfang von 1,4 Milliarden Franken an Hitachi, Siemens und Stadler Rail vergeben haben.
Ursprünglich hiess es, ein Los davon gehe an Stadler. Diese Aussage wurde später relativiert: Bei den konkreten Abrufen können sich alle drei Anbieter beteiligen. Die aktuelle Kommunikation von Hitachi legt laut CH Media nun nahe, dass ein grosser Teil an den japanischen Konzern geht.
SBB sagen, es sei noch kein Auftrag vergeben worden
Die SBB dementieren das: «Es wurde noch kein Auftrag vergeben, wie gross die einzelnen Aufträge an die einzelnen Hersteller sein werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden», heisst es in einer Mitteilung. Letzte Woche habe lediglich die finale Vertragsunterzeichnung mit allen drei Unternehmen stattgefunden. Zudem werde ein Grossteil der Arbeiten bei allen drei Herstellern in der Schweiz erledigt.
Im November wurde bekannt, dass die SBB einen Auftrag für neue Doppelstockzüge an den deutschen Konzern Siemens eingelegt hatten. Stadler Rail hat daraufhin Rekurs dagegen eingelegt.
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