AufzügeSchindler steigert Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr deutlich
cg
21.7.2023 - 06:56
Schindler legt sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn klar zu (Archivbild)
Keystone
Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler hat in den ersten sechs Monaten 2023 mehr umgesetzt und deutlich besser verdient. Nun wird der Ausblick auf das Gesamtjahr angehoben.
Keystone-SDA, cg
21.07.2023, 06:56
21.07.2023, 07:38
SDA
In den Monaten von Januar bis Juni setzte Schindler 5,7 Milliarden Franken um, das sind 7,1 Prozent mehr als im Vorjahrszeitraum, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Währungseffekte machten sind jedoch stark bemerkbar. Schindler beziffert diese auf rund 300 Millionen Franken. In Lokalwährungen wäre der Umsatzzuwachs mit 12,6 Prozent denn auch spürbar höher ausgefallen.
Das stärkste Umsatzwachstum gab es in China, jedoch war der Vorjahreszeitraum durch zahlreiche Corona-Lockdowns stark negativ belastet worden. Alle Regionen und Produktionen konnten im ersten Halbjahr zulegen, heisst es weiter.
Profitabilität gestiegen
Auch bei der Profitabilität macht Schindler Fortschritte. Der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe EBIT schnellte auf 606 Millionen Franken in die Höhe, nachdem es im vergleichsweise schwachen Vorjahreszeitraum lediglich 466 Millionen waren. Die EBIT-Marge stieg um 1,9 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent.
Massgeblich hätten operative Effizienz, stabilere Lieferketten, eine konsequente Preispolitik sowie der Basiseffekt der covidbedingten Lockdowns in China zu dem Anstieg beigetragen. «Es stimmt uns zuversichtlich, dass Massnahmen zur Effizienzsteigerung nun zusehends in unseren Ergebnissen sichtbar werden», lässt sich dazu Schindler-Chef Silvio Napoli in der Mitteilung zitieren.
Unter dem Strich resultierte ein um 56 Prozent höherer Gewinn von 463 Millionen Franken. Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Schindler die Erwartungen der Analysten in allen Bereichen recht deutlich übertroffen.
Auftragseingang leicht rückläufig
Einbussen gab es hingegen beim Auftragseingang, der sich um 4,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Franken verringerte. Das Minus war jedoch weniger stark, als von Analysten erwartet worden war. Auch hier haben Währungseffekte eine starke Rolle gespielt. In Lokalwährungen resultierte sogar eine Zunahme von knapp einem Prozent.
Dabei verzeichneten die Regionen EMEA und Amerika positives Wachstum im unteren einstelligen Bereich. Derweil habe die Region Asien-Pazifik unter dem rückläufigen Markt für Neuanlagen in China gelitten, schreibt Schindler weiter. Das Service-Geschäft sei in allen Regionen gewachsen.
Umsatzprognose erhöht
Nach dem erfreulichen ersten Semester passt das Schindler-Management die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr leicht nach oben an. Neu wird ein Umsatzwachstum zwischen 5 und 8 Prozent in Lokalwährungen angepeilt. Bisher hatte Schindler lediglich eine Zunahme der Verkäufe im unteren einstelligen Bereich in lokalen Währungen erwartet.
Wie gewohnt, gibt das Unternehmen zusammen mit der Publikation der Halbjahreszahlen auch eine erste Gewinnprognose. Erwartet wird für 2023 ein Konzernergebnis in der Bandbreite von 860 bis 900 Millionen Franken. Dies ist deutlich mehr als im vergleichsweise schwachen Vorjahr, als 659 Millionen Franken übrig blieben.
Jedoch sei das Umfeld weiterhin herausfordernd. In diesem Zusammenhang hob Schindler insbesondere Unsicherheiten an den Märkten, Lohnkosteninflation, Arbeitskräftemangel und starke Fremdwährungseffekte hervor.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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