Trumps Handelskonflikt eskaliertSchweizer Aktien von Zollsorgen stark belastet
tcar
27.3.2025 - 20:10
US-Präsident Donald Trump erhöht Zölle auf Autoimporte.
Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
Die Zollpolitik von Donald Trump hat auch für den Schweizer Aktienmarkt starke Auswirkungen. Als Belastungsfaktoren nannten Händler «eine steife Brise von jenseits des Atlantiks».
Keystone-SDA, tcar
27.03.2025, 20:10
27.03.2025, 20:15
SDA
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Die Zollpolitik von Donald Trump hat die Börsen belastet.
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag nachgegeben.
Am Vorabend hatte der US-Präsident Zölle in der Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte angekündigt.
Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag nachgegeben. Es war erneut die Zollpolitik von Donald Trump, welche die Börsen belastete – und zwar rund um den Globus. Am Vorabend hatte der US-Präsident Zölle in der Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte angekündigt und damit den Handelskonflikt zwischen den USA und der Europäischen Union eskaliert.
Dies heizte die Konjunktur- und Inflationssorgen weiter an. In den USA mehren sich seit einiger Zeit wegen der Zollpolitik die Sorgen vor einer konjunkturellen Abkühlung, zuletzt hatten sich verschiedene Frühindikatoren abgeschwächt. Hierzulande belasteten zudem verschiedene Dividendenabgänge, vor allem beim Schwergewicht Roche.
Schlag für deutsche Autoindustrie: Trump kündigt 25 Prozent Zölle auf Autoimporte an
Das dürfte die deutsche Autoindustrie hart treffen: US-Präsident Donald Trump kündigt Zölle in Höhe 25 Prozent auf alle Autoimporte an. Damit verschärft er den Handelsstreit mit der Europäischen Union.
27.03.2025
Der Leitindex SMI schloss 0,67 Prozent tiefer bei 12'867 Punkten. Der Dax in Frankfurt und der CAC in Paris büssten in ähnlichem Umfang ein.
Stark unter Druck standen die Aktien der UBS, die sich um 4,1 Prozent verbilligten. Als Belastungsfaktoren nannten Händler die drohende Verschärfung der Bankenregulierung sowie «eine steife Brise von jenseits des Atlantiks». So hat die Bank of America das Rating auf «Underperform» von «Neutral» gesenkt, und Goldman Sachs hat das Kursziel deutlich gekappt.
Deutlich schwächer schlossen auch Roche GS: Sie verloren 2,8 Prozent oder 8,60 Franken. Sie wurden allerdings Ex-Dividende von 9,70 Franken je Titel gehandelt – das Minus war also rein optischer Natur. UBS und Roche waren fast im Alleingang für die Abgaben im SMI verantwortlich.
Allgemeine Schwäche bei europäischen Bauaktien
Händler verwiesen zudem auf eine allgemeine Schwäche bei europäischen Bauaktien. So gaben Sika um 2,9 Prozent und Schindler um 4,3 Prozent nach – zusätzlich belastet vom Dividendenabgang. Und Holcim schlossen am Vortag eines Kapitalmarkttags 3,1 Prozent tiefer.
Zur Gruppe der Gewinner gehörten Alcon, die deutliche 5,2 Prozent gewannen. Der Augenheilkunde-Spezialist präsentierte an einem Investorentag ambitionierte neue Ziele. Gleichzeitig stützten Berichte, wonach der Mitbewerber Bausch & Lomb Intraokularlinsen wegen Schäden zurückrufen musste. «Weniger Konkurrenz für Alcon», sagte ein Analyst.
Fester schlossen auch die als defensive Absicherung gesuchten Novartis (+1,0%) und Nestlé (+0,7%).