Passanten vor Bildschirmen mit den aktuellen Börsenkursen an der Zürcher Bahnhofstrasse. (Archivbild)
Keystone
Fortgesetzte Zoll- und Konjunktursorgen haben die europäischen Aktienmärkte den Wochenstart verhagelt. Auch der Schweizer Aktienmarkt tendierte im frühen Geschäft am Montag, dem letzten Handelstag im ersten Quartal, deutlich tiefer.
Keystone-SDA
31.03.2025, 10:00
SDA
Der Markt befinde sich weiter im US-Zollstrudel und folge den tiefroten Vorgaben aus den USA und aus Asien, hiess es von Schweizer Händlern. Die Unsicherheit über die US-Zollpolitik und die geopolitische Entwicklung sorge für Abgabedruck auf breiter Front. An den Märkten sind wegen der möglichen Folgen der aggressiven Zollpolitik die Inflationsängste und Konjunktursorgen zuletzt deutlich gestiegen.
Der Schweizer Leitindex SMI notierte gegen 9.40 Uhr um 0,96 Prozent tiefer bei 12'716,70 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, büsste 1,16 Prozent ein auf 2050,01 und der breite SPI um 0,82 Prozent auf 16'956,16 Zähler. 28 der 30 SLI-Werte gaben nach.
Den stärksten Abschlag gab es bei den Aktien des Technologiekonzerns ABB (-3,2 Prozent oder 1,49 Franken). Mehr als die Hälfte davon ist dem Dividendenabgang von 0,90 Franken pro Aktie geschuldet.
Auch in Asien gings bergab
Bereits in Asien war es nach neuen Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump deutlich bergab gegangen – im japanischen Nikkei um fast 4 Prozent auf das tiefste Niveau seit September 2024.
Am Mittwoch will US-Präsident Donald Trump ein grossangelegtes Zollpaket verkünden. Die bereits angekündigten Auto-Zölle könnten nur ein Vorgeschmack sein auf weitere Sonderabgaben.
Was am Mittwoch wohl zu erwarten ist, sagte Trump am Sonntag Journalisten an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One – nämlich Gegenzölle auf Importzölle aller Länder. Dieses klare Statement schockte dann am Morgen die Börsen.
Unsicher war, ob und wie die EU antworten wird. Es sei wohl besser, den von Trump genannten «Tag der Befreiung» abzuwarten, sagte ein Händler.
Gegen Trumps Drängen: Fed votiert für stabilen Leitzins
Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
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Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
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