KonjunkturSchweizer Aussenhandel im Oktober wenig verändert
SDA
20.11.2025 - 09:03
Schweizer Aussenhandel im Oktober relativ stabil (Symbolbild)
Keystone
Nach dem starken Plus im Vormonat hat sich der Schweizer Aussenhandel im Oktober in beide Richtungen stabilisiert. Wieder deutlich negativ war der Export nach Nordamerika.
Keystone-SDA
20.11.2025, 09:03
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Insgesamt sanken die Exporte saisonbereinigt nominal um 0,3 Prozent auf 22,5 Milliarden Franken, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) am Donnerstag mitteilte. Real – also zu konstanten Preisen – resultierte mit -0,6 Prozent ein ganz leicht höheres Minus.
Spürbar negativ war die Entwicklung bei den Lieferungen nach Nordamerika. Sie waren um 5,1 Prozent rückläufig, wobei das Minus allein in die USA mit 5,5 Prozent noch etwas höher war. Hier war die Entwicklung zuletzt sehr volatil. Nachdem sie im August mit Einführung des 39-Prozent-Zollhammers durch Donald Trump stark eingebrochen waren, hatten sie sich im September (zumindest saisonbereinigt zum Vormonat) wieder deutlich erholt.
Die Exporte nach Europa entwickelten sich hingegen positiv (+6,9%), innerhalb des Kontinents zeigten sich aber Unterschiede: Während etwa die Ausfuhren nach Deutschland um hohe 12,8 Prozent zunahmen, gingen jene nach Italien um 11,3 Prozent zurück. Nach Asien sanken die Lieferungen um 3,1 Prozent.
Leichtes Plus für wichtigste Sektoren
Was die Sektoren anbetrifft, sind die Ausfuhren von chemisch-pharmazeutischen Produkten, Uhren, Nahrungs- und Genussmittel, Metallen sowie Maschinen- und Elektronik leicht gestiegen. Die Uhrenexporte beispielsweise stiegen mit +1,9 Prozent auf saisonbereinigter Basis erstmals seit Juli wieder. Auf unbereinigter Basis bzw. zum entsprechenden Vorjahresmonat waren sie allerdings weiter rückläufig (-4,4%).
Die Ausfuhren von Bijouterie und Juwelierwaren verzeichneten laut BAZG nach einem starken Plus im Vormonat im Oktober ein Minus von 13,6 Prozent. Noch stärker traf es die Fahrzeuge, deren Ausfuhren nach zwei Monaten im Plus um fast zwei Fünftel sanken.
Diese Entwicklung sei allerdings fast ausschliesslich auf die Sparte Flugzeuge zurückzuführen, welche im Vormonat den höchsten Wert seit sechs Jahren und im Oktober den niedrigsten Wert seit zwei Jahren erzielt hätten, heisst es vom BAZG. Leichte Rückgänge zeigten sich zudem bei den Präzisionsinstrumenten und Papier und grafischen Erzeugnissen.
Hohes Importplus aus Deutschland
Die gesamten Importe stiegen derweil im Berichtsmonat Oktober minimal um 0,2 Prozent (real +0,1%) auf knapp 19,9 Milliarden Franken. Regional nahmen die Einfuhren aus Europa um 1,4 Prozent zu, während jene aus Nordamerika (-0,3%, USA +0,6%) praktisch stabil blieben.
Das Plus in Europa ist laut den Angaben hauptsächlich auf die wachsenden Lieferungen aus Deutschland (+9,5%) und Österreich (+21,6%) zurückzuführen. In Asien (-2,5%) dämpften vor allem sinkende Importe aus Südkorea das Ergebnis.
Der Exportüberschuss in der Handelsbilanz erreichte damit im Berichtsmonat gut 2,6 Milliarden Franken. Das ist der vierte Rückgang in Folge, im Juli und Juni hatte der Überschuss jeweils noch bei knapp über 4 Milliarden Franken gelegen.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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