FinanzdienstleisterSchweizer Börse dürfte André Helfenstein zum Präsidenten ernennen
SDA
3.12.2025 - 11:39
Der ehemalige Schweiz-Chef der Credit Suisse André Helfenstein dürfte neuer Verwaltungsratspräsident des Börsenbetreibers SIX werden. (Archivbild)
Keystone
Die Börsenbetreiberin SIX wird demnächst die Nachfolge für den scheidenden Präsidenten Thomas Wellauer ankündigen. Der frühere CS-Schweiz-Chef André Helfenstein dürfte das Rennen machen, wie die Nachrichtenagentur AWP aus sicherer Quelle erfahren hat.
Keystone-SDA
03.12.2025, 11:39
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Ein Entscheid über Wellauers Nachfolger dürfte in den nächsten Tagen fallen. Vieles deutet daraufhin, dass André Helfenstein bereits für den Präsidentenposten in den Startlöchern steht.
Bezeichnend war es bereits, als der frühere Schweiz-Chef der Credit Suisse nach der Übernahme durch die UBS im Juli 2024 zwar die Bankengruppe UBS/CS verliess, aber dennoch weiterhin sein Mandat im SIX-Verwaltungsrat behielt. Helfenstein kommentiert die Gerüchte auf Anfrage von AWP nicht.
Schweizer und lokal verankert
Auch wollte er nicht sagen, ob er im Mai 2026 zur Wiederwahl als SIX-Verwaltungsratsmitglied antritt. Auch die SIX kommentiert auf Anfrage nicht: Es werde zu gegebener Zeit informiert, hiess es lediglich.
Der 58-jährige Helfenstein ist im Verwaltungsrat der Vertreter der früheren CS. Er sitzt seit 2020 im Aufsichtsgremium und ist bis 2026 gewählt; die SIX-VR-Mitglieder werden jeweils für eine Dauer von drei Jahren gewählt.
Die Schweizer Börse ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Banken und für den Schweizer Finanzplatz sehr wichtig. Die Eigentümer sind rund 120 Finanzinstitute, die gleichzeitig auch die Kunden der Dienstleistungen sind. Die grösste Aktionärin ist die UBS, die ihren Anteil mit der Übernahme der CS auf 34,5 Prozent verdoppelt hat. Neben der UBS sind die ZKB, Raiffeisen Schweiz, Vontobel, Pictet und die Saxo Bank Schweiz im Verwaltungsrat vertreten.
Bei UBS den kürzeren gezogen
Helfenstein kennt die Schweizer Bankenbranche und ist vernetzt: Seit 2007 war für die Credit Suisse in verschiedenen leitenden Funktionen in unterschiedlichen Geschäftsbereichen für Privat-, Firmen- und institutionelle Kunden tätig – zuletzt von 2020 bis 2024 als CS-Schweiz-Chef.
Notabene: Die international in die Krise geratene Credit Suisse hatte am Heimmarkt einen guten Ruf, wirtschaftete hierzulande profitabel und war insbesondere im Firmenkundengeschäft führend.
Allerdings zog Helfenstein mit der Fusion gegenüber UBS-Schweiz-Chefin Keller-Busse den kürzeren. Nach der Zusammenlegung der hiesigen Rechtseinheiten – UBS Switzerland und CS Schweiz – wurde sein Abgang bekannt.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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