Aussenhandel

Schweizer Exporte steigen im Februar auf Rekordhöhe

rw

17.3.2022 - 08:18

Ein Angestellter der Post belädt einen Lastwagen mit pharmazeutischen Produkten. Vor allem wegen des Exports von Medikamenten erreichten die Schweizer Exporte im Februar einen neuen Höchststand. Pharmaprodukte machen inzwischen mehr als die Hälfte der Schweizer Exporte aus. (Symbolbild)
Keystone

Die Schweizer Exportwirtschaft hat im Februar einen Rekord aufgestellt. Vor allem die Chemie- und Pharmabranche sowie die Uhrenindustrie trugen zu den Mehrausfuhren bei. Russland war schon vor Ausbruch des Krieges kein wichtiger Handelspartner.

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17.3.2022 - 08:18

Konkret stiegen die Exporte gegenüber dem Vormonat Januar saisonbereinigt um satte 15,4 Prozent auf 24,01 Milliarden Franken. Real – also preisbereinigt – resultierte eine Zunahme um 8,1 Prozent, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) am Donnerstag mitteilte. Der aktuelle Anstieg folgt auf zwei Monate mit leicht rückläufigen Ausfuhren.

Die Einfuhren sanken gleichzeitig um 2,9 Prozent auf 18,31 Milliarden Franken (real -0,9%), nachdem sie im Vormonat noch deutlich angezogen hatten. In der Handelsbilanz resultierte somit im Februar mit 5,70 Milliarden erstmals ein Überschuss von mehr als 5 Milliarden.

Corona-Nachholeffekte?

Für das markante Exportplus war laut den Angaben des BAZG die dynamische Entwicklung bei den chemisch-pharmazeutischen Produkten verantwortlich, die nun 56 Prozent der gesamten Schweizer Ausfuhren ausmachen. Speziell die Exporte von Medikamenten hätten angezogen.

Bekanntlich sind die Pharmaexporte wegen Produktionszyklen und Chargenabrufen aus dem Ausland grossen Schwankungen unterworfen. Zudem gilt der Januar in der Branche als eher schwacher Monat.

Experten können sich aber auch vorstellen, dass die Mehrausfuhr von Medikamenten mit Corona-Nachholeffekten zu tun hat – weil Spitalkapazitäten frei wurden und Nicht-Corona-Behandlungen wieder eher möglich sind.

Zugenommen haben aber auch die Ausfuhren von Uhren, Metallen und Präzisionsinstrumenten. Hingegen musste die Maschinen- und Elektroindustrie eine leichte Einbusse hinnehmen.

Regional betrachtet nahmen die Exporte nach Nordamerika (+52,1%) besonders stark zu, was laut dem BAZG auch primär mit den Schwankungen bei Chemie und Pharma erklärt werden könne. Aber auch nach Europa (+6,5%) und Asien (+1,4%) wurden mehr Schweizer Waren verkauft.

Russlandexporte gering

Die Exporte nach Russland nahmen übrigens im Februar, also bevor Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs in Kraft traten, gegenüber dem Vormonat um 15 Prozent zu. Mit 315 Millionen machten sie aber lediglich 1,3 Prozent der gesamten Schweizer Ausfuhren aus. Bei den Einfuhren kam Russland mit 20 Millionen auf einen noch kleineren Anteil.

Insgesamt hatte bei den Importen der aktuelle Rückgang gegenüber dem Vormonat nicht zuletzt mit der Preisentwicklung bei Öl und insbesondere Gas zu tun. Im Vormonat Januar waren die Importe vor allem preisbedingt um mehr als ein Drittel in die Höhe geschnellt. Im Februar wurde dieses Niveau nun nicht gehalten.

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