Preise für Anlagen in Immobilien auf Erholungskurs (Symbolbild)
Keystone
Der Schweizer Immobilienmarkt hat sich 2025 nach einer zweijährigen Korrekturphase deutlich erholt.
Keystone-SDA
13.11.2025, 07:19
SDA
Die Preise für Wohnrenditeliegenschaften stiegen im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um 5,2 Prozent, jene für Geschäftsobjekte um 4,1 Prozent, wie das Beratungsunternehmen Wüest Partner am Donnerstag mitteilte.
Auch indirekte Immobilienanlagen legten stark zu: börsenkotierte Immobiliengesellschaften um 15,2 Prozent und Fonds um 10,2 Prozent seit Jahresbeginn, wie es in der Analyse zu Immobilienanlagen hiess. Die Zuwächse lagen damit deutlich über jenem des SPI (+8,3 Prozent).
«Sicherer Hafen»
Der Aufschwung ist den Experten zufolge vor allem durch die geldpolitische Wende der Nationalbank getrieben: Sie hat den Leitzins von März 2024 bis Juni 2025 bekanntlich von 1,75 auf 0 Prozent gesenkt, wodurch Finanzierungen günstiger wurden und festverzinsliche Anlagen an Attraktivität verloren.
Gleichzeitig stützten tiefe Leerstände – im Wohnsegment nur 1,0 Prozent – und ein anhaltendes Bevölkerungswachstum von jährlich rund 1 Prozent die Mieterträge. Hinzu kam ein psychologischer Faktor: Immobilien blieben trotz Zinsschock 2022 ein bevorzugter «sicherer Hafen».
Mit dem neuen Run auf Immobilien hat sich jedoch die Renditekompression verschärft. Über alle Segmente sanken die Nettoanfangsrenditen basierend auf den provisorischen Daten 2025 auf 3,1 Prozent. Das sind rund 30 Basispunkte weniger als im Vorjahr 2024. Laut Wüest Partner liegt die Immobilienprämie bei Topobjekten im langfristigen Durchschnitt, bei mittleren Objekten aber leicht darunter, was auf einen erhöhten Anlagedruck hinweise.
Warnung vor politischen Risiken
Gleichzeitig warnen die Experten vor Risiken, die vom Boom überdeckt werden könnten. Eine tiefe Marktliquidität und starke Kapitalzuflüsse könnten überproportionale Preissprünge verursachen. Zudem drohten durch die abkühlende Wirtschaft geringere Mieterträge, während politische Vorstösse – etwa die Mietpreis-Initiative oder die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» – künftige Renditen schmälern könnten.
Für 2026 erwartet Wüest Partner ein Abflachen der Preisdynamik. Der Markt dürfte stärker von Erträgen und Objektqualität getragen werden. Wohnrenditeliegenschaften könnten moderat um 1,5 bis 2,0 Prozent zulegen, während Geschäftsliegenschaften insgesamt stabil bleiben dürften. Entscheidend seien Lage, ESG-Strategien und gezielte Investitionen in den Gebäudeunterhalt.
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
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