Zinswende in der Eurozone

Schweizer Nationalbank dürfte bald nachziehen

SDA/uri

9.6.2022 - 16:17

epa05204380 (FILE) A file photo dated 07 December 2015 showing a security camera and barriers (L, bottom), with the European Central Bank, ECB, building on the background. The European Central Bank delivered 10 March 2016 a surprise cut in interest rates and boosted its bond-buying programme as part of its efforts to head off dangerously low inflation while firing up the sluggish eurozone economy. In addition to cutting its benchmark refinancing rate for the first time to zero, the ECB lowered the deposit rate deeper into negative territory. The Frankfurt-based ECB announced a 10-basis-point cut in the deposit rate, which is the rate it charges financial houses for parking funds at the bank. EPA/MAURITZ ANTIN
Die Europäische Zentralbank EZB in Frankfurt/Main will die Leitzinsen im Euroraum im Juli um 0,25 Prozentpunkte anheben. (Archiv)
Bild: Keystone

Die Europäische Zentralbank EZB hat nach gut zehn Jahren wieder eine Zinserhöhung angekündigt. Experten rechnen damit, dass die Schweizer Nationalbank noch in diesem Jahr folgen wird. 

SDA/uri

9.6.2022 - 16:17

Nach den sich nun immer klarer abzeichnenden Zinsschritten in der Eurozone steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) bald an der Zinsschraube drehen wird. Wann genau der erste Zinsschritt erfolgt, ist aber unter Ökonomen umstritten.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass die SNB der Europäischen Zentralbank (EZB) den Vortritt lassen wird und mit einer kleinen Verzögerung dann auch die Zinsen anheben wird. So erwarten etwa die Ökonomen der Grossbank UBS oder von Raiffeisen einen ersten Schritt im September. Andere, etwa die Experten der Credit Suisse, prognostizieren den ersten Zinsschritt hingegen erst für den Dezember.

Experten erwarten Zinserhöhung in kleinen Schritten

Ein Vorpreschen der SNB, also einen Zinsschritt schon an der geldpolitischen Lagebeurteilung vom kommenden Donnerstag, wird kaum erwartet. Der Grund: Mit einem solchen Schritt würde der Franken zum Euro attraktiver und könnte an Wert gewinnen. Dies will die SNB bekanntlich vermeiden, weil ein stärkerer Franken die Schweizer Exportwirtschaft wieder vor Probleme stellen könnte.

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Unisono wird davon ausgegangen, dass der Leitzins in kleinen Schritten erhöht wird, also zunächst von -0,75 auf -0,50. Die Rückkehr in den positiven Bereich könnte somit dauern. So geht zum Beispiel die Credit Suisse davon aus, dass der Leitzins erst Ende 2023 die 0-Prozent-Marke erreichen wird.

Direkt steuern kann die SNB allerdings nur den kurzfristigen Leitzins. Bei den längerfristigen Zinsen hat die Zinswende schon vor einiger Zeit begonnen. Eidgenössische Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren werden aktuell mit rund 1 Prozent verzinst.

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