WirtschaftSchwindendes Jobangebot und mehr Arbeitslose im Bankensektor
SDA
23.12.2025 - 10:40
Die Zahl der stellenlosen Bankangestellten dürfte in den nächsten Monaten noch ansteigen. (Archivbild)
Keystone
Für Bankangestellte ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt ungemütlich: Die grössten Schweizer Banken haben wenig Stellen ausgeschrieben, derweil die Zahl der Arbeitslosen, die zuvor in der Bankenbranche tätig waren, stark steigt.
Keystone-SDA
23.12.2025, 10:40
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Aktuell haben die zehn grössten Schweizer Banken auf ihren Webseiten 505 Stelleninserate aufgeschaltet. Im Vergleich zu Ende November sind dies zwar immerhin neun zusätzliche Jobangebote, wie eine aktuelle Auswertung des Jobportals Indeed zeigt. Dass die Zahl der Jobinserate 2 Prozent über dem Vormonat liegt, ändert aber nichts an der schwierigen Situation für Bankerinnen und Banker auf dem Arbeitsmarkt.
Denn vor einem Jahr zählte Indeed, das die Stellenangebote bei den grössten Schweizer Banken für die Nachrichtenagentur AWP regelmässig auswertet, noch über 570 ausgeschriebene Stellen. Vor zwei Jahren waren es sogar über 900 Jobinserate.
Besonders deutlich zeigt sich der enge Arbeitsmarkt bei der UBS, die im Zuge der Integration der Credit Suisse die Zahl der Stellen stark am Reduzieren ist: Bei der Grossbank hat sich die Zahl der Stellenangebote auf der Webseite innert eines Jahres halbiert.
Zwanzig Prozent mehr arbeitslose Banker
Gleichzeitig mit dem sinkenden Stellenagebot steigt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Im Kanton Zürich beispielsweise waren im November 1300 Personen aus dem Bankensektor arbeitslos gemeldet. Das sind 20 Prozent mehr als ein Jahr davor, wie aus den aktuellsten Zahlen des kantonalen Amts für Arbeit hervorgeht.
Schweizweit hatten im November 3975 arbeitslos gemeldete Personen zuvor bei einer Bank gearbeitet, wie die Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigen. Im Vergleich zu November 2024 entspricht dies einem Anstieg von 18 Prozent, im Vergleich zu November 2023 gar einem von gegen 50 Prozent. Mit 3,1 Prozent liegt die Arbeitslosenquote der Bankenbranche zudem über der Gesamtarbeitslosenquote, die aktuell 2,9 Prozent beträgt.
Zu erwarten ist, dass diese Zahl der stellenlosen Bankangestellten in den nächsten Monaten noch ansteigen wird. In Bälde sollte nämlich der Übertrag der CS-Kundenbeziehungen auf die UBS abgeschlossen sein. Dann werden viele der Integrationsteams wohl nicht mehr gebraucht, was zu vielen Entlassungen bei der UBS führen dürfte. Konzern-Chef Sergio Ermotti hatte schon kurz nach der CS Übernahme angekündigt, dass im Rahmen der Integration bis Ende 2026 rund 3000 Stellen in der Schweiz wegfallen würden.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
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