Verwirrung im Regal Seco kritisiert Preisschilder bei Migros und Coop

Samuel Walder

19.3.2026

Auch bei der Migros gelten über Neujahr spezielle Öffnungszeiten – die Filiale am Flughafen bleibt indes geöffnet.
Auch bei der Migros gelten über Neujahr spezielle Öffnungszeiten – die Filiale am Flughafen bleibt indes geöffnet.
Keystone

Gross beworbene Aktionspreise, kleingedruckte Bedingungen: Kundinnen und Kunden in der Schweiz kritisieren zunehmend unklare Preisschilder bei Migros und Coop. Nun greift das Seco ein – und fordert Anpassungen.

Samuel Walder

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Unklare Preisschilder bei Coop und Migros sorgen für Verwirrung, da auffällige Aktionspreise oft nur beim Kauf mehrerer Produkte gelten.
  • Konsumentinnen und Konsumenten kritisieren, dass der tatsächliche Einzelpreis klein, versteckt oder sogar durchgestrichen ist.
  • Das Seco stuft die Praxis teils als «nicht regelkonform» ein und verlangt Anpassungen, insbesondere bei der Migros.

Immer kleinere Schrift, immer unklarere Preise: Wer heute einkauft, muss teilweise genau hinschauen. Denn was auf dem Preisschild steht, kann entscheidend sein – für den Einkaufskorb wie fürs Portemonnaie.

Mehrere Zuschauende haben sich beim Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) gemeldet. Sie kritisieren Preisschilder, bei denen kaum erkennbar ist, welcher Preis tatsächlich gilt. Besonders problematisch: der Unterschied zwischen dem Einzelpreis und Aktionspreisen, die nur beim Kauf mehrerer Produkte gelten.

Auch bei Coop sind die Preise unklar

Ein Zuschauer dokumentierte bei Coop entsprechende Beispiele mit Fotos. Dabei ist der günstigere Preis gross und gut sichtbar angeschrieben – er gilt aber nur, wenn man zwei bis vier Stück kauft. Der eigentliche Einzelpreis hingegen steht klein und unauffällig am Rand des Schilds.

Auch bei der Migros gibt es ähnliche Fälle. Dort ist der Einzelpreis nicht nur kleingedruckt, sondern teilweise sogar durchgestrichen. Der auffällige Preis gilt auch hier nur beim Kauf mehrerer Produkte – was für Kundinnen und Kunden leicht zu Missverständnissen führen kann.

Auf Anfrage von RTS verteidigt sich die Migros. «Migros gestaltet die Preisetiketten so, dass Aktionen klar hervorgehoben werden, um den Kunden Sparmöglichkeiten aufzuzeigen. Migros hält sich damit an die eidgenössische Preisbekanntgabeverordnung (PBV).»

Vorgehen von Coop «grenzwertig»

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), das die Einhaltung der Regeln überwacht, sieht das anders. Laut Seco ist das Vorgehen von Coop «grenzwertig». Noch deutlicher fällt das Urteil bei der Migros aus: Diese Praxis sei «nicht regelkonform».

Das Seco will nun handeln. Bei der Migros soll interveniert werden, die Preisschilder müssen angepasst werden – und zwar schweizweit in den kommenden Wochen.


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