Milliardenauftrag Siemens liefert 116 Doppelstock-Züge an die SBB – Stadler geht leer aus

SDA

7.11.2025 - 10:31

Die 100 Meter langen Züge der ersten Generation der Zürcher S-Bahn müssen nach 40 Jahren ersetzt werden. (Archivbild)
Die 100 Meter langen Züge der ersten Generation der Zürcher S-Bahn müssen nach 40 Jahren ersetzt werden. (Archivbild)
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Die SBB investieren rund zwei Milliarden Franken in den Regionalverkehr. 116 neue Doppelstockzüge von Siemens sollen ab den 2030er-Jahren in Zürich und der Westschweiz unterwegs sein.

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  • Siemens Mobility liefert 116 neue Doppelstockzüge im Wert von rund zwei Milliarden Franken an die SBB.
  • Die neuen Züge ersetzen ab den 2030er Jahren ältere Modelle und bieten mit 150 Metern Länge über 500 Sitzplätze pro Einheit.
  • Sie erhalten moderne Ausstattung mit Niederflureinstieg, Multifunktionszonen sowie Komfortmerkmalen wie Steckdosen und verstellbaren Sitzen.

Siemens Mobility wird 116 neue Doppelstockzüge für die S-Bahn in Zürich und in der Westschweiz liefern. Die Kosten belaufen sich auf rund zwei Milliarden Franken, wie die SBB am Freitag bekannt gaben. Die Züge sollen in den 2030er Jahren in Betrieb genommen werden.

Die 100 Meter langen Züge der ersten Generation der Zürcher S-Bahn müssen nach 40 Jahren ersetzt werden. 95 der neuen Züge mit einer Länge von 150 Metern und über 500 Sitzplätzen sollen im Raum Zürich in den fahrplanmässigen Einsatz gelangen, wie die SBB bereits im Juni des vergangenen Jahres bei der Ausschreibung bekannt gegeben hatten.

Die neuen doppelstöckigen Triebzüge sollen primär die Fahrzeuge des Typs «Doppelstockpendelzug DPZ» und des «Hauptverkehrszeit-Doppelstockzuges HVZ-D» ersetzen, wie der öffentlichen Ausschreibung des Auftrags zu entnehmen war.

Multifunktionszonen notwendig

21 weitere Fahrzeuge sind für den Einsatz in der Westschweiz eingeplant – in der RER Vaud und auf der Linie RE33 Martigny VS – Annemasse (F). Die Züge werden sich in Zürich und in der Westschweiz innen und aussen in der Farbgebung unterscheiden.

Die neuen Zügen müssten den Anforderungen der Zürcher S-Bahn gerecht werden. So seien zusätzliche Multifunktionszonen notwendig, die im Berufsverkehr Platz für Pendlerinnen und Pendler bieten, die nur kurze Strecken fahren und stehen bleiben möchten.

Vorgesehen sind zudem ein Niederflureinsteig bei allen Türen sowie Steckdosen in der 1. und 2. Klasse. Verstellbare Sitze und klappbare Tische sollen den Komfort in der 1. Klasse erhöhen. Die Züge sollen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde verkehren.

Stadler mit grossem Bedauern

Stadler Rail nimmt mit grossem Bedauern den Entscheid der SBB zur Kenntnis. Der Ostschweizer Konzern wird die Begründung der SBB sorgfältig analysieren.

Stadler wollte die Züge in der Schweiz bauen, gemeinsam mit über 200 Zuliefer-Betrieben aus dem ganzen Land, wie das Unternehmen am Freitag in einem Communiqué schrieb. Dadurch wären bis zu 80 Prozent der Wertschöpfung in der Schweiz geblieben. «Als Schweizer Unternehmen mit ausgewiesener Kompetenz im Bau von Doppelstockzügen mit höchster Zuverlässigkeit hätte Stadler eine wirtschaftlich und technologisch überzeugende Lösung geliefert.»

Der Abstand zu Siemens ist offenbar klein: «Aufgrund der Bepunktung der SBB kann Stadler bestätigen, dass die effektive Preisdifferenz 0,6 Prozentpunkte beträgt – berechnet auf 176 Doppelstockzüge», schrieben die Ostschweizer. Bei einem Auftragsvolumen von 2 Milliarden Franken, wäre dies eine Differenz von einer tiefen zweistelligen Millionensumme. «Die anderen Bewertungspunkte der SBB wird Stadler vertieft analysieren», erklärte ein Stadler-Sprecher.