Kuriose Touristen-Regeln Italienische Ferienorte wehren sich gegen respektloses Verhalten

sda/tgab

5.8.2025 - 22:12

Seit Anita Ekberg im Fellini-Streifen «La Dolce Vita» 1960 im Trevi-Brunnen in Rom badete, stellen Tourist*innen die ikonische Szene nach.
Seit Anita Ekberg im Fellini-Streifen «La Dolce Vita» 1960 im Trevi-Brunnen in Rom badete, stellen Tourist*innen die ikonische Szene nach.
IMAGO/NurPhoto

In den italienischen Ferienorten mehren sich die Verbote, um Massentourismus, Umweltverschmutzung und respektloses Verhalten einzudämmen.

Keystone-SDA, sda/tgab

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  • In italienischen Ferienorten nehmen Verbote zu, um schlechtes Benehmen, Massentourismus und Umweltbelastung einzuschränken.
  • Besonders in beliebten Städten und Badeorten wurden viele neue Regeln erlassen.
  • Manche davon wirken ziemlich skurril.

Kuriose Touristen-RegelnGerade in viel besuchten Städten und Badeorten wurden zuletzt zahlreiche Regeln eingeführt – einige davon sind recht kurios.

Kalabrien: Ausgangssperre für Jugendliche

Der Urlaubsort Praia a Mare im süditalienischen Kalabrien hat eine nächtliche Ausgangssperre für Kinder beschlossen. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren müssen künftig spätestens um 00.30 Uhr zu Hause sein. Damit soll das Umherfahren mit E-Scootern und anderen Elektrofahrzeugen verhindert werden, da dies bereits mehrfach die eigene Sicherheit sowie die von Urlaubern und Bewohnern gefährdet hat. Die Massnahme gilt bis Ende September.

Bei Verstössen drohen den verantwortlichen Personen, die ihre Aufsichtspflicht verletzen, Geldstrafen in Höhe von 250 Euro. In seiner Verfügung betonte der Bürgermeister, dass Minderjährige bei nächtlichen Ausgängen physischen und psychischen Risiken ausgesetzt seien.

Sardinien: Kein Ausheben von Sandgruben

Auch Sardinien geht streng mit Touristen um. An beliebten Stränden wie La Pelosa oder Cala Mariolu ist das Mitnehmen von Sand oder Muscheln strengstens verboten. Bei Nichtbeachtung drohen Strafen bis zu 3000 Euro. Ebenso ist das Liegen auf Badetüchern ohne Matte und das Ausheben von Sandgruben untersagt, um den Strand zu schützen.

Cinque Terre: Wanderwege nicht mit Flip-Flops betreten

In den Dörfern der Cinque Terre an der ligurischen Küste wird das Betreten der Wanderwege mit Flip-Flops oder Sandalen mit einer Strafe von bis zu 2500 Euro geahndet.

Apulien: Keine laute Musik auf Booten in Küstennähe

In Apulien verbietet die Küstenwache Booten, innerhalb von 500 Metern vor der Küste laut Musik zu spielen oder zu hören.

Portofino: Sitzen oder Liegen auf Strassen, Mauern, Gehwegen oder in Parks ist untersagt

Auch die malerische Küstenstadt Portofino in Italien setzt neue Massnahmen in Kraft, um die Ruhe und Erholung von Einwohnern und Touristen sicherzustellen. Nicht nur barfuss gehen wurde bis zum Ende der Sommersaison verboten. Auch das Sitzen oder Liegen auf Strassen, Mauern, Gehwegen oder in Parks ist künftig untersagt.

Verboten ist zudem zu betteln, selbst wenn es nicht aufdringlich ist. Wer mit Koffern, Picknick-Ausrüstung oder Musikboxen an öffentlichen Plätzen verweilt, riskiert ebenso eine Strafe – je nach Verstoss zwischen 25 und 500 Euro.

Rom: Abkühlung in Brunnen verboten

Auch in Kulturstädten muss man sich an gewisse Regeln halten. In Rom ist das Essen auf den Stufen von Kirchen oder der Spanischen Treppe, einem Wahrzeichen der Ewigen Stadt, verboten. Dasselbe gilt für das Springen in Brunnen, das Tragen freizügiger Kleidung in Kirchen oder das Anketten von «Liebesschlössern» an Eisengittern. An den Trinkwasserbrunnen kann man zwar Flaschen auffüllen, das Waschen von Füssen oder Kleidung ist jedoch untersagt.

Florenz: Nicht in der Nähe von Denkmälern essen

In Florenz dürfen Touristen in der Altstadt nicht auf Strassen oder Plätzen essen, die direkt an Kirchen oder Denkmäler grenzen. Das Ziel besteht darin, Sauberkeit und Respekt vor dem Kulturerbe zu gewährleisten.

«Italien liebt Touristen, aber erwartet Rücksichtnahme. Wer sich vorher über die örtlichen Regeln informiert, kann Strafen vermeiden und hilft, die Schönheit des Landes zu bewahren», appellierte Tourismusministerin Daniela Santanché.