LandwirtschaftSpanien bangt wegen Schweinepest um Milliardengeschäft
SDA
3.12.2025 - 15:41
Festgestellt wurde das Schweinepest-Virus bisher bei nun in Katalonien verendeten Wildschweinen. (Archivbild)
Keystone
Der erste Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) seit mehr als 30 Jahren bedroht in Spanien Exporte in Milliardenhöhe. Bisher wurde das Virus bei neun in Katalonien an der Seuche verendeten Wildschweinen festgestellt.
Keystone-SDA
03.12.2025, 15:41
SDA
Schweine in der Haltung seien aber weiterhin nicht betroffen, gab das Landwirtschaftsministerium in Madrid in der jüngsten Bilanz bekannt.
Für Menschen ist ASP ungefährlich, für Schweine aber hochansteckend und tödlich. Infizierte Tiere sterben meist schon nach wenigen Tagen. Alarmierend ist der Ausbruch der Seuche aber auch für die spanische Wirtschaft. Im vorigen Jahr exportierte das Land Schweinefleisch im Wert von knapp 8,8 Milliarden Euro – gut fünf Milliarden in die EU und knapp 3,7 Milliarden in Drittländer.
Seit Bekanntgabe der ersten Infektionsfälle in der vergangenen Woche haben bereits rund 20 Länder sämtliche Importe aus Spanien gestoppt, darunter Kanada, Japan, Brasilien und Mexiko. Andere Staaten – darunter der grösste Abnehmer China und Grossbritannien – beschlossen, ihre Einfuhren vorerst auf Regionen ausserhalb des betroffenen Grossraums Barcelona zu beschränken.
Essensreste sollen an der Malaise schuld sein
Anders als etwa Deutschland, das seit fünf Jahren gegen die Tierseuche kämpft und seit 2020 bereits Tausende Infektionsfälle verzeichnete, galt Spanien seit Jahrzehnten als frei von Schweinepest, was die Ausfuhren beflügelte. Dann kam aber am Freitag das, was die Zeitung «El País» als «schreckliche Nachricht» bezeichnete: In dem auch bei Wanderern aus dem Ausland beliebten Naturpark Collserola bei Barcelona wurden die zwei ersten Infektionsfälle nachgewiesen.
Die Ursache für die ersten ASP-Fälle seit November 1994 in Spanien? Die Behörden vermuten, dass Essensreste schuld sind, die von Wanderern achtlos im Wald entsorgt wurden. Endgültig bestätigt ist das jedoch nicht.
Mit Drohnen und Spürhunden gegen das Virus
Das Gebiet wurde im Umkreis von 20 Kilometern abgeriegelt. Vor Ort versuchen mehr als 400 Einsatzkräfte unter anderem des Militärs und des Zivilschutzes mit Drohnen und Spürhunden infizierte Tiere zu finden und eine Ausbreitung der ASP zu verhindern. Es werden auch Desinfektionen durchgeführt. «Wir arbeiten mit Hochdruck und Entschlossenheit daran, das Virus auszurotten», versicherte Minister Planas am Mittwoch im Interview des staatlichen TV-Senders RTVE.
Spanien ist so etwas wie der «Schweinestall» Europas: Mit rund fünf Millionen Tonnen ist man inzwischen vor Deutschland der grösste EU-Produzent. Der spanische Anteil an der gesamten EU-Produktion betrug 2024 gut 24 Prozent. In der Weltrangliste liegt das Land hinter China und den USA auf Platz drei. Die Schweinezucht macht 14 Prozent der spanischen Agrar-Endproduktion aus.
Juso-Erbschaftssteuerinitiative ist am Ständemehr gescheitert
In der Schweiz wird es vorderhand keine nationale Erbschaftssteuer zugunsten des Klimas geben. Die Juso-Volksinitiative «für eine Zukunft» ist gemäss Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) am Ständemehr gescheitert. Applaus gab es bei den Abstimmungssiegern aber auch bei den Verlierern, der Juso. «Wir haben es geschafft, über ein Jahr über unsere grössten Krisen zu sprechen», so die Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann.
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STORY: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend wieder verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im November um 0,3 auf 88,1 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Ökonomen hatten hingegen mit einem Mini-Anstieg auf 88,5 Zähler gerechnet. «Die Unternehmen haben doch länger erwartet, dass im kommenden Jahr durch das viele Geld, das die Politik sich leiht und unter die Leute bringt, dass da ein Aufschwung kommt, und man hat ausserdem erwartet, dass die neue Bundesregierung Reformen verabschiedet im Herbst über die Schulden hinaus. Und jetzt gibt es doch eine gewisse Skepsis, ob das was wird. Erstmal sieht man, dass nach den Plänen, die wir derzeit haben, das zusätzlich aufgenommene Geld teilweise gar nicht in zusätzliche Investitionen fliesst, sondern Haushaltslöcher stopft. Das ist nicht gut. Und die Reformen bleiben aus oder weisen sogar in die falsche Richtung, wenn wir etwa an die Rentenreform denken, die treibt ja die Kosten für künftige Bundeshaushalte in die Höhe. Das heisst, höhere Steuern, möglicherweise auch höhere Beitragssätze in der Rentenversicherung, und da sagt die Wirtschaft, das hilft uns nicht.» Mit Blick auf den Streit um die Rentenreform forderte Fuest die Beteiligten auf, noch mal nachzudenken. «Die Renten müssen dauerhaft langsamer steigen als die Löhne. Das gilt auch für die Pensionen, da haben wir ähnliche Probleme, und entsprechend sollte sich die Politik verhalten, aber derzeit weitet die Politik eher die Rentenleistung aus und sie steuert damit in die falsche Richtung. Deshalb haben wir eben gefordert, das gesamte Paket nochmal zurückzuziehen. Es soll ja eine Rentenkommission geben, die sollte man mal anhören und dann solide entscheiden.» Nach einem Schrumpfen im Frühjahr und einer Stagnation im Sommer dürfte die deutsche Wirtschaft im laufenden Schlussquartal 2025 nach Einschätzung der Bundesbank wieder leicht wachsen. Ein spürbares Anziehen der Konjunktur erwarten Fachleute aber erst für das kommende Jahr.
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