3 Massnahmen empfohlenSpital-Studie schlägt Alarm und warnt vor Milliardenloch
SDA
27.11.2025 - 10:36
Eine Hebamme in der Frauenklinik am Inselspital in Bern bei der Arbeit.
Archivbild:KEYSTONE
Die Schweizer Spitallandschaft ist gemäss einer Studie im Auftrag des Spitalverbandes H+ nicht nachhaltig aufgestellt, weder finanziell noch operativ. Es bestehe deshalb dringender Handlungsbedarf, sowohl für die Spitäler, als auch für die Politik, die Tarifpartner und die Gesellschaft.
Keystone-SDA
27.11.2025, 10:36
SDA
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
Der Spitalverband H+ hat heute eine Studie zur Zukunft der Schweizer Krankenhäuser vorgestellt.
Wird so weitergefahren wie jetzt, drohen demnach Wartezeiten, Versorgungsengpässe und Verluste in Höhe von 1,1 Milliarden Franken bis 2045.
Drei Massnahmen werden empfohlen, um gegenzusteuern: bessere Koordination der Spitäler, mehr ambulante Behandlungen und ein Fokus auf die Digitalisierung.
Die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen steige, der Fachkräftemangel werde immer gravierender und die Tarife seien nicht kostendeckend, heisst es in der heute von H+ vorgestellten PwC-Studie.
Ohne grundlegende Veränderungen drohten Versorgungsengpässe, längere Wartezeiten und eine schlechtere Qualität. Und die Verluste der Schweizer Spitäler dürften bis 2045 auf 1,1 Milliarden Franken steigen.
Gemäss der Studie ist eine Transformation notwendig, aber auch machbar. Dafür gebe es drei wirksame Hebel: Erstens brauche es eine bessere Koordination und Zusammenarbeit unter den Spitälern. So könnten sich die einzelnen Akteure profilieren und unnötige Doppelspurigkeiten vermieden werden.
Mehr ambulante Behandlungen
Zweitens müsse die Ambulantisierung verstärkt werden. Sie könnte den Fachkräftemangel reduzieren, würde flexiblere Arbeitsmodelle ermöglichen und nachhaltig die Kosten senken. Und es entspreche dem Wunsch der Patientinnen und Patienten, Spitalaufenthalte möglichst zu vermeiden.
Ein weiterer, dritter Hebel sei die Digitalisierung: Dadurch könne die Effizienz der Leistungserbringer gesteigert, der nahtlose Datenaustausch verbessert und die Basis für neue, innovative Versorgungsmodelle geschaffen werden.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantonsspitals Fribourg protestieren gegen ein Sparprogramm.
KEYSTONE
Zur Umsetzung der Transformation fordert H+ deshalb unter anderem «kostendeckende Tarife» und eine verlässliche Finanzierung von Innovation, digitalen Leistungen und Ambulantisierung.
Das setze aber eine «klare Finanzierungsverantwortung des Parlaments» voraus. Ausserdem brauche es eine «moderne Versorgungsplanung», um die Qualität und Versorgungssicherheit in allen Regionen zu gewährleisten.
Digitalisierung als «nationale Zukunftsaufgabe»
Die Digitalisierung sei eine «nationale Zukunftsaufgabe», denn sie steigere Qualität, Effizienz, Patientensicherheit und entlaste zusätzlich das Personal. Dazu seien aber eine nationale digitale Initiative und eine «Nutzungspflicht zentraler digitaler Lösungen» nötig.
Eine klare nationale Strategie brauche es auch zur Sicherung der Fachkräfte. Dazu gehörten moderne Aus- und Weiterbildungsmodelle sowie die Förderung neuer Berufsrollen und flexibler Arbeitsmodelle.
Weiter verlangt H+, dass die Qualität und die Patientensicherheit vor kurzfristigen Sparzielen Priorität haben müssten. Und es brauche eine «regulatorische Bremse»: Neue Vorgaben nur bei nachweislichem Patientennutzen und im Gegenzug die Streichung von nicht sicherheitsrelevanten Vorschriften.
Spektakuläre Rettung aus der Luft – Agrardrohne zieht Mann aus reissendem Fluss in Vietnam
Dramatische Rettung: Nach einer Sturzflut befreit eine Drohne einen vietnamesischen Farmer aus den Wassermassen. Hightech trifft auf puren Überlebenskampf – die Bilder gehen um die Welt. Doch wäre so etwas auch in der Schweiz möglich?
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
EU dreht russischen Gashahn zu: Steigen die Preise?
Die EU dreht den Gashahn zu: Bis spätestens Ende 2027 will Brüssel vollkommen unabhängig von russischem Erdgas sein. Damit wollen sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus Russland und damit weniger erpressbar machen. Zudem wird es Russland erschwert, seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit den Milliardengewinnen aus Energielieferungen zu finanzieren.
05.12.2025
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