«Schock sitzt wirklich tief»Stadler Rail prüft Rekurs gegen SBB-Auftrag an Siemens
SDA
9.11.2025 - 06:38
Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident von Stadler Rail, hat im Interview mit der« Sonntagszeitung» einen möglichen Rekurs gegen die SBB-Vergabe an Siemens angekündigt.
Archivbild:Keystone
Stadler Rail prüft einen Rekurs gegen die Auftragsvergabe der SBB an Siemens für den Bau neuer Züge. Das eigene Angebot sei nur 0,6 Prozent teurer als das der Deutschen gewesen, sagt Peter Spuhleer.
Keystone-SDA
09.11.2025, 06:38
SDA
Stadler Rail hat laut «Sonntagszeitung» wegen des Milliardenauftrags der SBB für neue Doppelstockzüge an Siemens einen Rekurs in Aussicht gestellt. Die SBB habe einen Fehlentscheid getroffen, sagte Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler im Interview mit der Zeitung.
Spuhler erklärte, man werde die Bewertungsmatrix der SBB «seriös analysieren» und innert 20 Tagen einen Rekurs beim Verwaltungsgericht St. Gallen einreichen, falls sich der Verdacht einer zu tiefen Bewertung bestätige.
Die Preisdifferenz zwischen Stadler und Siemens betrage lediglich 0,6 Prozent, weshalb sogenannte Softfaktoren ausschlaggebend gewesen seien. Bei diesen sei Stadler deutlich schlechter bewertet worden, etwa bei Nachhaltigkeit und Instandhaltung.
«Für mich ist das unverständlich, und es sieht danach aus, als ob wegen der knappen Preisdifferenz versucht wurde, den Entscheid mit solchen Bewertungen zu untermauern», sagte Spuhler weiter.
«Der Schock sitzt tief»
Weiter kritisierte er, dass das bewährte Stadler-Konzept gegenüber einem neuen Siemens-Zug benachteiligt worden sei. «Der Schock sitzt wirklich tief bei allen 6000 Stadler-Mitarbeitern, auch bei unseren über 200 Lieferanten aus der ganzen Schweiz. Wir alle haben gehofft, dass wir diesen grossen Auftrag in der Schweiz halten können», sagte Spuhler weiter.
Am Freitag hatte das deutsche Unternehmen Siemens Mobility den Zuschlag für 116 neue Doppelstockzüge für die Zürcher S-Bahn und den Regionalverkehr in der Westschweiz erhalten. Insgesamt waren drei Anbieter für den 2,1-Milliarden-Franken-Auftrag im Rennen.
Ausschlaggebend für den Entscheid seien die Investitionskosten, der Betriebsaufwand, die Instandhaltungskosten und die Nachhaltigkeit gewesen, sagte SBB-CEO Vincent Ducrot vor den Medien.
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