SchneesportunfälleSuva ruft zu Besonnenheit im Wintersport auf – auch wegen Corona
rl, sda
15.2.2022 - 10:19
Knie, Unterschenkel und Fussgelenk werden bei Unfällen auf der Piste besonders oft verletzt. (Symbolbild)
Keystone
Bei Unfällen auf der Piste erleiden die Gestürzten häufiger als früher gleich mehrere Verletzungen. Dies hat die Suva festgestellt. Sie ruft deswegen zum Auftakt der Winterferien zur Vorsicht auf – auch um die wegen Corona stark ausgelasteten Spitäler zu schonen.
Keystone-SDA, rl, sda
15.02.2022, 10:19
SDA
Die Statistik zeige, dass sich in den letzten 15 Jahren der Anteil der Schneesportunfälle mit Mehrfachverletzungen verdoppelt habe, teilte der Unfallversicherer am Dienstag mit. 2019 seien bei jedem fünften Unfall mehrere Körperteile verletzt worden. 2004 sei dies nur bei jedem zehnten Unfall der Fall gewesen.
Jährlich ereignen sich rund 34'000 Schneesportunfälle. Der Anteil von Vorfällen mit mehr als einem verletzten Körperteil ist bei den über 55-Jährigen am höchsten. Frauen sind von Mehrfachverletzungen im Schneesport etwas stärker betroffen als Männer. Am häufigsten verletzt werden Knie, Unterschenkel und Fussgelenk.
Mehrere mögliche Gründe
Für die Zunahme der Mehrfachverletzungen gibt es gemäss Suva verschiedene mögliche Gründe. Auch ein genaueres administratives Erfassen der Unfälle könnte eine Rolle spielen. Sicher sei aber, dass die Zahl der schweren Schneesportunfällen in den letzten Jahren zugenommen habe, teilte die Suva mit.
Schwere Verletzungen bedeuten nicht nur mehr Leid für die Verunfallten, sondern sie gehen auch ins Geld. Schneesportunfälle mit Mehrfachverletzungen kosten im Schnitt 10'500 Franken und sind damit 50 Prozent teurer als die Unfälle, bei denen nur ein Körperteil verletzt wird. Bei diesen kostet die Genesung im Schnitt 7000 Franken.
Schnelles Fahren ermüdet
Die Suva rät, alles zu unternehmen, damit ein Tag auf der Piste unfallfrei verläuft. Dazu gehörten eine gute Vorbereitung, aber auch eine ehrliche Selbsteinschätzung. Die gut präparierten Pisten und die technisch hochentwickelten Skis und Snowboards würden zu einem schnellen Fahren und zu engen Kurven einladen, was den Körper belaste und ermüde.
Die Suva empfiehlt den Schneesportlerinnen und Schneesportlern, sich vor der ersten Fahrt mit Turnübungen aufzuwärmen. Das Tempo auf der Piste soll der Fitness und dem Fahrvermögen angepasst werden. Jederzeit müsse ein Ausweichen oder Abbremsen möglich sein.
Den Spass verderben will die Suva aber nicht. Die Bewegung an der frischen Luft sei wichtig. Unfallfreie Schneesporttage seien aber auch deswegen wichtig, weil die Spitäler wegen der Coronapandemie bereits genügend ausgelastet seien.
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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