Das spürst du im PortemonnaieTeuerung frisst deinen Lohn – so hoch ist dein echter Verlust
Petar Marjanović
24.4.2026
Viele Menschen haben an Kaufkraft verloren.
KEYSTONE
Alles wird teurer, nur der Lohn bleibt gleich. Das spürt man sofort im Portemonnaie. Wie viel wir alle an Kaufkraft verloren haben, verrät dir jetzt ein Rechner.
Viele Menschen spüren, dass ihr Lohn weniger wert ist – das liegt an der Teuerung, die der Landesindex der Konsumentenpreise seit über 100 Jahren misst.
Dieser Index zeigt zwar, wie stark Preise steigen, berücksichtigt aber die stark wachsenden Krankenkassenprämien nicht.
Weil es in der Schweiz keinen automatischen Teuerungsausgleich gibt, verlieren viele ohne Lohnerhöhung spürbar an Kaufkraft.
blue News verrät dir in einem Rechner, wie viel Kaufkraft mit deinem aktuellen Lohn verloren hast.
Vor einigen Tagen fragte blue News-Leserin Laura Franzen: Warum fühlt es sich an, als habe ich immer weniger Geld im Portemonnaie? Sie weiss, dass es die sogenannte Teuerung gibt – wollte aber wissen, ob man das auch in Zahlen zeigen kann.
Die kurze Antwort: Ja. Der Bund veröffentlicht seit über 100 Jahren den sogenannten Landesindex der Konsumentenpreise (LIK). Dafür werden jedes Jahr tausende Preise eines standardisierten Warenkorbs erhoben. Die Mieten machen dabei rund einen Viertel aus, Lebensmittel etwa zehn Prozent.
Rechnet man den ganzen Warenkorb zusammen, zeigt der Index, wie stark die Preise über die Jahre gestiegen sind – oder anders gesagt: wie stark der Lohn steigen müsste, damit die Kaufkraft gleich bleibt.
blue News hat dazu einen Rechner mit den Daten des Konsumpreisindexes erstellt. Gib einfach deinen Lohn und das Jahr ein, seit dem du ihn verdienst: Der Rechner zeigt dir, wie hoch dein Einkommen heute sein müsste, damit du gleich viel kaufen kannst.
Datenschutzhinweis: Die Daten werden nicht gespeichert und nur auf deinem Gerät ausgewertet.
Kaufkraft-Rechner
Was ist Ihr Lohn heute noch wert – und wie viel fehlt Ihnen?
Berechnung auf Basis des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK, Mai 2000 = 100) des
Bundesamts für Statistik.
Der LIK hat allerdings eine Schwäche: Er berücksichtigt die Krankenkassenprämien nicht. Diese sind in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen – deutlich stärker als viele andere Kosten im Alltag.
Unabhängig davon werden viele ein dickes Minus sehen. Denn in der Schweiz gibt es im Obligationenrecht keinen automatischen Teuerungsausgleich beim Lohn.
Viele GAV garantieren Teuerungsausgleich
Wer also über Jahre denselben Lohn bekommt, kann sich meist faktisch weniger leisten. Nur Angestellte mit einem sogenannten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) profitieren zum Teil automatisch von Anpassungen an die Teuerung.
Doch solche Verträge gelten nicht überall. Sie werden zwischen Gewerkschaften und Branchenverbänden ausgehandelt und enthalten je nach Branche unterschiedliche Ausgleiche.
Wer keinen GAV hat, sollte den Verlust an Kaufkraft trotzdem beim Arbeitgeber ansprechen. Am besten mit Fakten statt mit Frust. Etwa mit dem Hinweis auf die offizielle Teuerungsrate. Das wirkt meist überzeugender als eine allgemeine Kritik am Lohn.
Firmen können auch anders attraktiver werden
Zudem berichten einige Gewerkschaften, dass Firmen unter Druck auch andere Lösungen anbieten können. Die Eisenbahner-Gewerkschaft SEV etwa meldete, dass SBB Cargo International allen Mitarbeitenden einmalig einen zusätzlichen Ferientag gewährt hat.
Auch alternative Zuschüsse sind möglich: Unternehmen können ÖV-Abos vergünstigen oder Rabatte auf Einzahlungen aufs Reka-Pay- oder Lunch-Check-Konto anbieten.
Das digitale Reka-Pay-Konto ist der Nachfolger der früheren Reka-Checks. Das Guthaben kann für ÖV-Abos, Tanken oder teilweise für Einkäufe genutzt werden.
Ein Bonus macht das System attraktiv: Einzahlungen bringen Rabatte. Der allgemeine Reka-Bonus beträgt zwei Prozent, beim Coop-Kundenschalter sind es drei Prozent. Aus 500 Franken werden so 515 Franken. Firmen können ihren Mitarbeitenden sogar bis zu 20 Prozent gewähren. Sie übernehmen dabei den Zuschlag für den Rabatt. Anders als eine Lohnerhöhung, ist dieser Zuschuss aber steuerfrei.