Zwangsversteigerung angesetzt Familienstreit bringt Zürcher Schoggi-Dynastie in Bedrängnis

Sven Ziegler

28.11.2025

Um die Confiserie Teuscher ist ein riesiger Streit entbrannt. (Symbolbild)
Um die Confiserie Teuscher ist ein riesiger Streit entbrannt. (Symbolbild)
IMAGO/Funke Foto Services

Die Traditions-Confiserie Teuscher steckt erneut in Turbulenzen: Die Zürcher Liegenschaft an der Storchengasse wird im Februar zwangsversteigert. Hinter dem Schritt steckt ein eskalierter Familienstreit – und eine offene Hypothek.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die historische Teuscher-Liegenschaft in Zürich kommt am 19. Februar 2026 wieder unter den Hammer.
  • Auslöser ist ein zerstrittenes Darlehen zwischen Patron Adolf Teuscher und seinem Neffen Raphael Rubio.
  • Neu verlangt die UBS als Grundpfandgläubigerin die Zwangsverwertung der Immobilie.

Der Konflikt um die Traditions-Confiserie Teuscher erlebt die nächste Eskalation: Die Liegenschaft an der Storchengasse 9 im Zürcher Kreis 1 – Standort der Confiserie Madeleine, früher Teuscher – wird im Februar erneut zwangsversteigert. Das geht aus dem aktuellen Amtsblatt hervor, wie zunächst der «Tages-Anzeiger» berichtete. Der Schätzwert liegt unverändert bei 8,4 Millionen Franken.

Bereits im Juni war ein erster Termin angesetzt, damals wurde die Versteigerung in letzter Minute abgeblasen. Teuscher-Erbe Raphael Rubio hatte sich kurz vor Beginn mit seinem Onkel Adolf Teuscher geeinigt. Was hinter den Kulissen passierte, blieb offen. Nun kommt die Immobilie erneut unter den Hammer – diesmal auf Verlangen der UBS, welche die Hypothek hält.

Streit wird seit Jahren ausgetragen

Der Streit zwischen Patron Teuscher und seinem Neffen schwelt seit Jahren. Rubio hatte die Zürcher Filialen 2024 in «Madeleine» umbenannt – benannt nach seiner Mutter –, worauf Teuscher die Belieferung mit den bekannten Champagner-Truffes stoppte. Rückzahlungen eines Darlehens, das Rubio für den Kauf der Liegenschaft benötigte, blieben laut Teuscher aus. Das führte zunächst zu einer Betreibung, nun greift die Bank ein.

Die Folgen sind beträchtlich: Rubio verliert nicht nur die Ausnahmestellung im Teuscher-Netzwerk, sondern steht erneut vor einer drohenden Verwertung seines wichtigsten Standorts. Teuscher selbst – Betreiber der Cafés Felix sowie internationaler Filialen in den USA, Asien und im Nahen Osten – schweigt zu den Vorgängen. Rubio war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Am 19. Februar 2026 um 10 Uhr entscheidet sich, ob die Storchengasse 9 einen neuen Besitzer erhält – oder ob der alte Familienstreit ein weiteres Kapitel bekommt.