Jetzt beginnt der Zins-Kampf Das ist Trumps neuer Mann an der Spitze der Notenbank

dpa

30.1.2026 - 13:32

Streit zwischen Trump und Powell über Baukosten bei Notenbank-Besuch

Streit zwischen Trump und Powell über Baukosten bei Notenbank-Besuch

STORY: Bei einem Besuch von Donald Trump am Sitz der US-Notenbank ist es zum offenen Streit zwischen dem Präsidenten und Fed-Chef Jerome Powell gekommen. Bezüglich der Renovierungskosten der Zentrale sagte Trump am Donnerstag vor laufenden Kameras, diese seien gestiegen. Aus 2,7 Milliarden Dollar seien 3,1 Milliarden geworden. Powell schüttelte den Kopf und sagte, dies sei ihm nicht bekannt. Nachdem Trump ihm ein Blatt Papier reichte, erklärte Powell, der Präsident rechne fälschlicherweise ein drittes Gebäude mit ein, das nicht Teil des Renovierungsprojekts sei. Es sei vor fünf Jahren gebaut worden. Man habe das Martin-Gebäude vor fünf Jahren fertiggestellt. Der Streit über die Baukosten findet vor dem Hintergrund von Spekulationen statt, dass Trump versuchen könnte, Powell vor dem Ablauf seiner Amtszeit im Mai 2026 zu entlassen. Der Republikaner hat sich erbost darüber gezeigt, dass die Notenbank entgegen seinen wiederholten Forderungen nicht die Zinsen senkt. Nach US-Recht kann der Präsident den Fed-Chef jedoch nicht wegen eines Streits über die Zinspolitik entlassen. Als etwaiger Anlass gilt daher ein Streit über Kostenüberschreitungen bei der Renovierung der in die Jahre gekommenen Fed-Zentrale in Washington. Die US-Regierung wirft der Notenbank Misswirtschaft vor.

25.07.2025

US-Präsident Donald Trump hat den früheren Notenbanker Kevin Warsh als neuen Präsidenten der US-Notenbank nominiert. Der Schritt markiert einen Wendepunkt im Machtkampf zwischen dem Weissen Haus und der Federal Reserve. 

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DPA, Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Donald Trump nominiert Kevin Warsh als neuen Chef der US-Notenbank.
  • Warsh gilt als Kritiker der bisherigen Zinspolitik und befürwortet deutlich tiefere Zinsen.
  • Die Personalie verschärft die Debatte um politische Einflussnahme auf die Federal Reserve.

Der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh soll nach dem Willen von US-Präsident Donald Trump die Nachfolge von Notenbank-Chef Jerome Powell antreten. Trump teilte am Freitag auf seiner Plattform Truth Social mit, er kenne Warsh schon lange und habe keinen Zweifel daran, dass er als einer der grössten Fed-Vorsitzenden in die Geschichte eingehen werde, «vielleicht sogar als der beste».

Der Senat muss den Kandidaten des Präsidenten noch bestätigen. Sollte das geschehen, würde der 55-jährige Warsh im Mai an eine alte Wirkungsstätte zurückkehren.

US-Präsident Trump hat den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Powell vorgeschlagen.
US-Präsident Trump hat den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Powell vorgeschlagen.
Alastair Grant/Pool AP/AP/dpa

Er war bereits von 2006 bis 2011 Mitglied des Vorstands der US-Notenbank. Bei seiner Ernennung im Alter von 35 Jahren war er damals der jüngste Gouverneur in der Geschichte der Institution.

Warsh soll im Mai übernehmen

Warsh wird eine Schlüsselrolle während der Finanzkrise zugeschrieben. Er half unter anderem bei der Rettung des Versicherungskonzerns AIG und bei der Übernahme der Investmentbank Bear Stearns.

Derzeit ist er Fellow an der rechtsgerichteten Hoover Institution und Dozent an der Stanford Graduate School of Business. In den letzten Jahren profilierte sich Warsh zunehmend als scharfer Kritiker der Notenbank. Anfang 2026 sprach er von einem nötigen «Regimewechsel in der Geldpolitik». Gegenüber CNBC sagte er wörtlich: «Das Glaubwürdigkeitsdefizit liegt bei den aktuellen Verantwortlichen der Fed.»

Warsh würde den derzeitigen Vorsitzenden Jerome Powell nach Ablauf von dessen Amtszeit im Mai ablösen. Trump hatte Powell 2017 zum Chef der US-Notenbank ernannt, ihn aber in diesem Jahr immer wieder dafür kritisiert, die Zinsen nicht schnell genug gesenkt zu haben.

Zentral für Trumps Entscheidung ist denn auch Warshs Haltung zu den Leitzinsen. Der Präsident drängt seit Monaten auf massive Zinssenkungen und forderte zuletzt Kürzungen um bis zu drei Prozentpunkte. Die aktuelle Zinsspanne liegt deutlich darüber. Warsh teilt diese Einschätzung teilweise. Er argumentierte wiederholt, dass Zölle nicht automatisch zu dauerhaft höherer Inflation führen würden – und damit Spielraum für Zinssenkungen bestünde.

An den Finanzmärkten sorgte Trumps Ankündigung zunächst für Unruhe. US-Aktienfutures gaben nach, der Dollar legte zu, Gold verlor an Wert.