Doch nicht «Made in America» Trump Phone kommt auf den Markt – nach neun Monaten Verspätung

Oliver Kohlmaier

15.5.2026

Das «Trump Phone» soll nach massiver Verspätung an die ersten Vorbesteller ausgeliefert werden.
Das «Trump Phone» soll nach massiver Verspätung an die ersten Vorbesteller ausgeliefert werden.
Trump Mobile

Nach über neun Monaten Verspätung soll das Trump Phone nun endlich auf den Markt kommen. Von «Made in America» ist jedoch längst keine Rede mehr.

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Das «Trump Phone» soll nach Angaben von Trump Mobile CEO Pat O'Brien an die ersten Vorbesteller ausgeliefert werden.  
  • Damit kommt es mit über neun Monaten Verspätung auf den Markt. Ursprünglich war es für August 2025 angekündigt worden.
  • Vorbesteller mussten für das Gerät eine Anzahlung von 100 US-Dollar leisten.

August 2025, dann Oktober, schliesslich «Sommer 2026»: Kritiker lästerten bereits, das «Trump Phone» werde es nie geben. Doch jetzt soll «Trump T1» endlich an Vorbesteller ausgeliefert werden. Dies berichtete zuerst «USA Today» unter Berufung auf Trump Mobile CEO Pat O'Brien.

Demnach war es bei der Smartphone-Produktion des Unternehmens zu «verschiedenen Verzögerungen» gekommen. O'Brien zeigt sich dennoch überzeugt, dass das Smartphone bei den Fans ankommen wird: «Diese Verzögerungen haben sich unserer Meinung nach gelohnt, denn wir liefern ein grossartiges Produkt.» 

Zuletzt waren sogar hartgesottene Trump-Fans ungeduldig geworden, wie gereizte Kommentare unter Beiträgen von Trump Mobile in sozialen Medien zeigen. Immerhin war für Vorbesteller des «Trump Phone» eine Anzahlung von 100 US-Dollar fällig. 

«In den USA montiert»

Kritische Medienberichtete deuteten sogar an, das Telefon werde niemals auf den Markt kommen. Dies wurde von offizieller Seite zwar bestritten, dennoch heisst es in den Bedingungen für Vorbesteller auf der Website noch immer, man könne eine Auslieferung nicht garantieren.

So sah das Trump T1 Phone bei der Ankündigung aus. Inzwischen wurde das Design mehrmals angepasst.
So sah das Trump T1 Phone bei der Ankündigung aus. Inzwischen wurde das Design mehrmals angepasst.
Bild: Trump Mobile

Zunächst hatte das Unternehmen der Trump Organization aggressiv damit geworben, das Trump Phone werde in den USA hergestellt. Diese Formulierung wurde jedoch rasch wieder einkassiert. Nun heisst es auf der Website lediglich, die Telefone seien «unter Berücksichtigung amerikanischer Werte entwickelt» worden.

Laut CEO O’Brien würden die Geräte «in den USA montiert». Diese Formulierung lässt jedoch eine Menge Interpretationsspielraum. Denkbar ist etwa, dass lediglich die Montage der Rückseite und die Verpackung im Land gemacht werden.

Aussehen kann «abweichen»

Indessen hat sich auch das Design des T1 mehrfach geändert. In den vergangenen Monaten wurde es wahlweise mit und ohne LED-Blitz abgebildet, ausserdem zu sehen war eine Variante mit einem Kamera-Modul aus zwei Längsstreifen.

Und erst vor wenigen Wochen wurde diese Version durch eine Kamera-Insel in Pillen-Form ersetzt – versehen mit dem Hinweis, das tatsächliche Aussehen könne «abweichen». Kritiker mutmassen indessen, bei dem Gerät handle es sich ohnehin nur um einen «Reskin», also um eine optisch angepasste Version eines üblichen Mittelklasse-Smartphones.

So heisst es in einem von Nutzern hinzugefügten Kontext unter einem Beitrag auf X, die Spezifikationen deuteten darauf hin, dass es sich bei dem Smartphone um ein T-Mobile REVVL 7 Pro 5G in neuem Gehäuse handelt. Das Original sei ein Modell aus dem Jahr 2024, werde in China hergestellt und sei auf Amazon für 126 US-Dollar zu haben.

Derzeit verkauft Trump Mobile auf der Website überteuerte generalüberholte Apple- und Samsung-Handys. Bei dem Unternehmen  handelt es sich indessen um einen virtuellen Netzbetreiber.

Es besitzt also keine eigene Infrastruktur, sondern nutzt das Netz bereits bestehender Anbieter. Einer der angebotenen Monatstarife kostet 47,45 Dollar. Der ungewöhnliche Preis ist eine Anspielung darauf, dass Donald Trump der 45. und 47. Präsident der USA ⁠ist.