Vorjahreswert vervielfacht Jetzt ist bekannt, wie viel Trump am Schweizer Zoll-Hammer verdiente

Sven Ziegler

5.2.2026

Trump mit seiner berühmten Zoll-Tafel im vergangenen April. 
Trump mit seiner berühmten Zoll-Tafel im vergangenen April. 
KEYSTONE

Die USA haben 2025 laut neuen Zolldaten rund 2 Milliarden Dollar mit Importen aus der Schweiz eingenommen – und damit den Vorjahreswert vervielfacht. Wer profitiert wirklich von dieser Politik, und wer trägt die Rechnung?

Sven Ziegler

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die USA nahmen von Januar bis November 2025 rund 2 Milliarden Dollar an Zöllen auf Schweizer Waren ein, nachdem Präsident Donald Trump die Sätze massiv erhöht hatte.
  • Den grössten Anteil trug die Techindustrie mit 1,1 Milliarden Dollar, gefolgt von der Uhrenbranche mit 486 Millionen Dollar.
  • Die Zolllast landet in der Praxis überwiegend bei US-Käufern.

Die USA haben im Zeitraum Januar bis November 2025 rund 2 Milliarden Dollar an Zöllen auf Waren aus der Schweiz eingenommen. Wie Daten des Bureau of the Fiscal Service der US-Regierung berichtet, entspricht das einer Versechsfachung gegenüber dem Vorjahr. Zunächst berichteten die Tamedia-Zeitungen

Präsident Donald Trump hatte den Zollsatz im April auf 10 Prozent erhöht und ab August auf 39 Prozent angehoben – einer der höchsten länderspezifischen Sätze.

Besonders stark betroffen ist laut der Auswertung die Schweizer Techindustrie, also Maschinen-, Elektro- und Metallbetriebe. Auf sie entfielen demnach rund 1,1 Milliarden Dollar und damit mehr als die Hälfte der gesamten Zollsumme. Tamedia schreibt, die Belastung in diesem Bereich sei im Vergleich zum Vorjahr um das 13-Fache gestiegen; gleichzeitig seien die Exporte spürbar zurückgegangen, einzelne Firmen hätten ab August keine Maschinen mehr in die USA verkauft.

Das Meiste bezahlen die US-Bürger

An zweiter Stelle steht die Uhrenindustrie: Auf Uhrenimporte entfiel gemäss den Zahlen fast ein Viertel der US-Zolleinnahmen aus der Schweiz. Die Zollbelastung habe sich von 102 Millionen auf 486 Millionen Dollar erhöht. Danach folgen laut Tamedia Chemieprodukte (ohne Pharma) sowie Kaffee – wobei Letzteres vor dem Zollschock zollfrei gewesen sei und vor allem Nespresso treffe, weil Kapseln vollständig in der Schweiz produziert würden.

Trump verkauft die Zollpolitik als Erfolg – auch weil der US-Bund insgesamt deutlich mehr Zolleinnahmen verbuchte. Doch wer die Last am Ende trägt, ist laut mehreren Studien klarer als die politische Debatte vermuten lässt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass nur etwa 4 Prozent der Zolllast von ausländischen Exporteuren geschluckt würden. 96 Prozent werden an US-Käufer weitergereicht – also an Konsumenten und importierende Unternehmen.

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