Werden weisse Bewerbende bei Nike benachteiligt, weil sich der Sportartikel-Hersteller auf die Fahnen geschrieben hat, die Vielfalt im Unternehmen zu fördern? Das glaubt zumindest eine US-Behörde – und beginnt bereits unter Joe Biden, zu ermitteln.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Die US-Behörde Equal Employment Opportunity Commission ermittelt gegen Nike wegen der Verdachts der Benachteiligung weisser Bewerberinnen und Bewerber.
- Die Untersuchung hat bereits im Mai 2024 unter Präsident Joe Biden begonnen.
- Donald Trump hasst das Konzept von Diversität und Inklusion.
Eine US-Behörde nimmt den Sportartikelhersteller Nike wegen des Vorwurfs ins Visier, Initiativen für Diversität diskriminierten weisse Mitarbeiter. Die bereits im Mai 2024 begonnene Untersuchung wurde erst jetzt durch Gerichtsunterlagen bekannt. Nike weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich vor Gericht gegen eine Auskunftsanordnung der Behörde.
Die Ermittlungen führt die Behörde Equal Employment Opportunity Commission (EEOC), die sich um Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt kümmern soll. Sie wurde in den 60er Jahren auf Basis des Civil Rights Acts von 1964 gegründet, mit dem getrennte Bereiche für Weisse und Schwarze illegal wurden, zum Beispiel in Restaurants, Hotels und Schwimmbädern.
Trumps Kriege gegen die Diversität
Das Lager von US-Präsident Donald Trump in der Republikanischen Partei hat Diversitätsprogrammen zugunsten von Minderheiten den Krieg erklärt – mit dem Argument, sie kämen einer Diskriminierung anderer Bevölkerungsgruppen gleich.
The State Department has ordered U.S. missions worldwide to review all aid programs to ensure they meet stringent new rules that prohibit funding of groups working on family planning, diversity or what the Trump administration calls “gender ideology". Th...
TAT: [Foreign Policy | Attacking Science]
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— Trump Action Tracker (@trumpactiontracker.bsky.social) 3. Februar 2026 um 10:47
Die Untersuchung gegen Nike begann schon vor der zweiten Amtszeit von Donald Trump, die seit Januar 2025 läuft. Noch unter seinem Vorgänger Joe Biden preschte die republikanische EEOC-Kommissarin Andrea Lucas mit Vorwürfen gegen Nike vor.
Sie prangerte dabei als mögliche Diskriminierung Weisser unter anderem Coaching-Programme für Mitarbeiter aus unterrepräsentierten Gruppen und Quotenziele für den Anteil von Minderheiten an der Belegschaft an.
Minderheiten-Anteil soll auf 35 Prozent steigen
Sie gab an, qualifizierte Weisse seien bei Anstellung und Beförderung übergangen worden – und forderte bei Nike ausführliche Informationen an. Nach Trumps Amtsantritt bekamen Vertreter der Republikaner die Mehrheit in der dreiköpfigen Kommission, und Lucas wurde die Vorsitzende.
Nachdem Nike aus Sicht der EEOC nicht ausreichend detaillierte Antworten auf die Anfragen gegeben hatte, folgte im vergangenen Herbst eine Auskunftsanordnung. Nike wehrt sich dagegen. Vor Gericht geht es zurzeit lediglich darum, ob die Aufforderung rechtens war.
Für Nike ist der Einsatz gegen die Diskriminierung von Minderheiten seit Jahren ein wichtiges Thema. In den USA sind viele Spitzenathleten, die zu den zentralen Werbeträgern des Konzerns gehören, Schwarze. Nike setzte sich unter anderem das Ziel, den Anteil von Minderheiten an der US-Belegschaft auf 35 Prozent zu erhöhen.