Zollverhandlungen am WEF US-Finanzminister macht Parmelin zum Franzosen – und warnt die Schweiz vor der EU

SDA

21.1.2026 - 09:53

US-Finanzminister Scott Bessent während seiner Rede im US-Hauptquartier in Davos am Dienstag.
US-Finanzminister Scott Bessent während seiner Rede im US-Hauptquartier in Davos am Dienstag.
Keystone

Am Rande des WEF drängen die USA auf ein Handelsabkommen mit der Schweiz. Finanzminister Scott Bessent setzt auf die Führungseigenschaften von Bundespräsident Parmelin – und warnt vor zu grosser EU-Nähe.

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Keystone-SDA, Dominik Müller

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  • US-Finanzminister Bessent strebt in Davos ein faires Handelsabkommen mit der Schweiz an.
  • Die Schweiz zeigt sich verhandlungsbereit, nachdem die USA 2025 hohe Zölle auf Schweizer Produkte erhoben hatten, die inzwischen gesenkt wurden.
  • Bessent kritisiert europäische Standards als Handelshemmnis und warnt vor einer wirtschaftlichen Annäherung der Schweiz an die EU.

US-Finanzminister Scott Bessent hofft, mit der Schweiz ein für US-Bürger «faires Abkommen» zu schliessen. Laut Bessent ist für Mittwoch in Davos GR mit Bundespräsident Guy Parmelin ein Treffen geplant.

Parmelin sei wirtschaftlich sehr versiert, sagte Bessent am Mittwochmorgen am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF). Er kenne ihn seit 2025 und habe mit ihm eine «sehr gute Beziehung». Er sei überzeugt, dass dank Parmelins Führungseigenschaften ein Abkommen, das für US-Bürger fair sei und für anhaltenden Wohlstand sorge, in Reichweite sei.

Dabei unterläuft ihm aber auch ein kleiner Patzer. Auf Nachfrage eines Journalisten sagte Bessent: «Parmelin ist ein fantastischer Vertreter für die Franzosen», wie «20 Minuten» berichtet.

Die Schweiz sei eine industrielle Hochburg, sagte Bessent weiter. Er sei jedoch besorgt, dass sie sich der EU annähern könnte und die «europäische Bürokratie» die Schweizer Wirtschaft schwächen könnte.

Weiter kritisierte er europäische Produktstandards, die den Import von US-amerikanischen Gütern erschwere. Diese Handelshürden müssten abgebaut werden.

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Bern ist bereit für Verhandlungen

Das angestrebte Abkommen zwischen Bern und Washington soll den Zollstreit endgültig beilegen. Die USA erhoben vergangenes Jahr zunächst einen Zollsatz von bis zu 39 Prozent auf Schweizer Güter. Nach mehrmonatigen Gesprächen konnte dieser Zollsatz im November auf 15 Prozent reduziert werden. Eine entsprechende Vereinbarung soll bis zum 31. März in einem Abkommen rechtlich bindend festgehalten werden.

Der Bundesrat verabschiedete für diese Verhandlungen vergangene Woche sein Verhandlungsmandat. Davos könnte als Plattform für den Beginn der Verhandlungen zum Abkommen dienen. Am Dienstag machte Wirtschaftsminister Parmelin keine eindeutigen Aussagen dazu.

Trump «drei Stunden verspätet»

In Davos wird am Mittwoch zudem US-Präsident Donald Trump erwartet. Aufgrund einer Flugzeugpanne dürfte er verspätet eintreffen.

Laut Bessent hat Trump gemäss «derzeitigem Zeitplan» drei Stunden Verspätung. Gemäss dem ursprünglichen WEF-Programm sollte Trump um 14.30 Uhr eine Ansprache im Kongresszentrum halten.