Buh-Rufe und Abbruch vor dem DessertExklusives WEF-Abendessen mit US-Handelsminister läuft aus dem Ruder
ai-scrape
22.1.2026 - 09:38
«Was gut für Amerika ist, ist gut für die Welt», sagt Howard Lutnick. Das Podium ist davon nicht beeindruckt.
YouTube/Yahoo Finance
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos führte eine Rede des US-Handelsministers Howard Lutnick zu einem Eklat, der EZB-Präsidentin Christine Lagarde zum Verlassen eines Abendessens veranlasste.
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos kam es zu einem bemerkenswerten Zwischenfall, als der US-Handelsminister Howard Lutnick mit seinen Äusserungen für Unruhe sorgte, berichtet die «Financial Times».
Während einer Veranstaltung, die von BlackRock-Chef Larry Fink für hochrangige Mitglieder und Staatsoberhäupter organisiert wurde, verliess die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, das Abendessen.
Der Grund war eine europakritische Rede von Lutnick, die zu Zwischenrufen führte und schliesslich zum Abbruch der Veranstaltung vor dem Dessert. Laut der Nachrichtenagentur «Reuters» verliess Lagarde den Raum, als Lutnick Europa scharf kritisierte.
«Kann ich auf Grönland zurückommen?» «Nein!»
Seine Aussagen, die Welt solle sich mehr auf Kohle als auf erneuerbare Energien konzentrieren, stiessen auf Widerstand. Die Atmosphäre wurde von Anwesenden als angespannt und laut beschrieben. Besonders bemerkenswert war der Zwischenruf des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, der Lutnicks Rede unterbrach.
Lutnick at Davos: "Why are you going to do solar and wind? Why would Europe agree to be net zero in 2030 when they don't make a battery? They don't make a battery! So if they go 2030, they are deciding to be subservient to China." (Get a load of the looks on the other panelists' faces)
Das US-Handelsministerium kommentierte den Vorfall mit der Aussage, dass nur Al Gore gebuht habe. Die Europäische Zentralbank lehnte eine Stellungnahme ab, während das US-Handelsministerium und das Weltwirtschaftsforum nicht sofort auf Anfragen reagierten.
Chancellor Rachel Reeves speaking with US Secretary of Commerce Howard Lutnick at Davos
So far out of her league 🤦♂️
Der Vorfall zeigt die Spannungen, die durch unterschiedliche Ansichten über Energiepolitik und internationale Beziehungen entstehen können. In einem weiteren Kontext betonte US-Präsident Donald Trump bei dem Treffen in Davos die Bedeutung der USA für die Sicherheit Grönlands, was bei europäischen Staats- und Regierungschefs auf Widerstand stiess.
Epstein’s neighbor, Howard Lutnick, defends Washington’s Greenland plans at Davos, as other panelists cringe pic.twitter.com/D8SAxQBz8C
Diese Äusserungen unterstreichen die kontroversen Positionen der USA in internationalen Angelegenheiten und die Herausforderungen, die sich daraus für die transatlantischen Beziehungen ergeben.
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Keine weitere Zinssenkung in den USA: Die Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert. Wegen hoher Arbeitslosenquote und Inflation belassen die Währungshüter den Zins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Zehn der zwölf Mitglieder stimmen für diesen Schritt.
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Davos, 22.01.2026: O-Ton, Friedrich Merz, Bundeskanzler: (6:22)
«This new world of great powers is being built on power, on strength, and when it comes to it, on force. It's not a cozy place»
Die Weltordnung, wie wir sie kannten, gerät ins Wanken. CDU-Chef Friedrich Merz zeichnet ein düsteres Bild der internationalen Lage –
und spricht am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos von einer neuen Epoche der Machtpolitik.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sei dabei nur der sichtbarste Ausdruck. Gleichzeitig gewinne China strategisch an Einfluss, während die Vormachtstellung der USA zunehmend herausgefordert werde.
Europa müsse sich darauf einstellen, dass Stärke und Durchsetzungsfähigkeit wieder zentrale Faktoren der internationalen Politik seien.
Merz fordert deshalb ein Umdenken – auch in Deutschland und der Europäischen Union.
Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit müssten neu bewertet werden.
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Wie Trump kontern? EU beruft Sondergipfel ein
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
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