Stadler Rail geht leer ausVergabe von SBB-Auftrag an deutschen Konzern findet wenig Unterstützung bei Schweizern
SDA
3.12.2025 - 06:25
Die SBB ersetzt die Doppelstockzüge der ersten Generation der Zürcher S-Bahn: Sie den Auftrag für 116 neue Fahrzeuge an den deutschen Hersteller Siemens Mobility vergeben.
Bild:Keystone/SBB/Siemens Mobility AG
Ein Grossauftrag der SBB geht nach Deutschland: Siemens liefert 116 neue Doppelstockzüge. Der Mitbewerber Stadler Rail kommt dieses Mal nicht zum Zug. Das findet in der Schweizer Bevölkerung wenig Unterstützung, wie eine neue Umfrage zeigt.
Keystone-SDA
03.12.2025, 06:25
03.12.2025, 07:29
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Die SBB haben bei Siemens Mobility 116 neue Doppelstockzüge im Wert von rund zwei Milliarden Franken bestellt.
Eine neue Befragung ergibt: Der SBB-Grossauftrag an Siemens findet in der Bevölkerung wenig Unterstützung.
Stadler Rail hat am vergangenen Freitag (28.11.2025) Rekurs gegen die Vergabe des Auftrags an Siemens eingelegt.
Die neuen Züge ersetzen ab den 2030er Jahren ältere Modelle und bieten mit 150 Metern Länge über 500 Sitzplätze pro Einheit.
Der SBB-Auftrag an den deutschen Konzern Siemens findet in der Bevölkerung wenig Unterstützung. In einer Befragung gaben 65 Prozent von rund 11'000 Schweizer*innen an, die Vergabe des milliardenschweren Auftrags an Siemens «nicht» oder «eher nicht» zu unterstützen. Nur 28 Prozent der Befragten sagten auf die Frage, ob sie die Vergabe des Auftrags an Siemens unterstützen, «Ja» oder «eher Ja», wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage von Tamedia und «20 Minuten» hervorgeht. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 27. bis 30. November in Zusammenarbeit mit dem Institut Leewas durchgeführt.
Die SBB hatten am 7. November die Bestellung für 116 Doppelstockzüge für die Zürcher S-Bahn und die Westschweiz an Siemens vergeben. Der Auftrag hat ein Volumen von 2,1 Milliarden Franken. Hinzu kommt eine Option auf 84 weitere Züge, womit der Rahmenvertrag 200 Doppelstöcker im hochgerechneten Wert von 3,6 Milliarden Franken umfasst.
SBB-Chef Vincent Ducrot (r.) und Reto Liechti, Leiter Produktion Personenverkehr SBB, informieren am 7. November 2025 in Bern über die Vergabe der Produktion der Doppelstockzüge für die Zürcher S-Bahn und die Westschweiz an Siemens Mobility.
Bild:Keystone/Alessandro della Valle
Stadler fordert «unabhängige Prüfung»
Man könne die Bewertung der SBB auch nach vertiefter Analyse der Unterlagen nicht nachvollziehen, schrieb der Zughersteller am vergangenen Freitag in einem Communiqué. Eine unabhängige Überprüfung der Vergabe sei angebracht.
Die SBB wiesen die Vorwürfe allerdings zurück: Siemens habe mit grossem Vorsprung gewonnen. Siemens erklärte in einer Stellungnahme, den Rekurs von Stadler zur Kenntnis genommen zu haben.
Wie lange die Beschaffung der 116 Doppelstockzüge durch die Beschwerde verzögert werde, könne zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden, hiess es von der SBB. Eigentlich sollten die neuen Züge ab 2031 fahren.
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