Signa-Pleite Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen früheren Migros-Manager Dieter Berninghaus

Helene Laube

11.3.2025

Dieter Berninghaus (rechts) mit René Benko (Mitte) am 27. Oktober 2021 bei der Eröffnung eines Warenhauses in Frankfurt am Main. Links im Bild: Frankfurts damaliger Oberbürgermeister Peter Feldmann.
Dieter Berninghaus (rechts) mit René Benko (Mitte) am 27. Oktober 2021 bei der Eröffnung eines Warenhauses in Frankfurt am Main. Links im Bild: Frankfurts damaliger Oberbürgermeister Peter Feldmann.
Bild: IMAGO/Future Image

In Wien ermitteln Strafverfolger gegen den ehemaligen Handelsstrategen von Pleitier René Benko. Benko soll heimlich ein Gespräch mit Dieter Berninghaus – einem ehemaligen Migros-Manager – aufgenommen haben. Bei dem Fall geht es um ein mögliches Darlehen.

Helene Laube

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien hat Ermittlungen gegen den ehemaligen Migros-Handelschef Dieter Berninghaus aufgenommen.
  • 2022 soll der Wegbegleiter des österreichischen Immobilienunternehmers und einstigen Milliardärs René Benko von der Signa-Holding ein Darlehen in Höhe von rund 16,9 Millionen erhalten haben, welches «wirtschaftlich nicht vertretbar» sei.
  • Die Staatsanwaltschaft geht offenbar davon aus, dass Berninghaus den Kredit für den Kauf eines Privathauses verwendet haben könnte.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien hat gemäss der «Neuen Zürcher Zeitung» Ermittlungen gegen den ehemaligen Migros-Handelschef Dieter Berninghaus aufgenommen. Sie soll ihm Untreue vorwerfen, heisst es in dem Bericht. 2022 soll der Wegbegleiter des österreichischen Immobilienunternehmers und einstigen Milliardärs René Benko von der Signa-Holding ein Darlehen in Höhe von rund 16,9 Millionen erhalten haben. Dieses sei «wirtschaftlich nicht vertretbar».

Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass Berninghaus den Kredit für den Kauf eines Privathauses verwendet haben könnte. Das geht aus einem Dokument vor, welches der NZZ vorliegt.

Berninghaus bestreite alle Vorwürfe. Bei der Zahlung handle es sich um eine vorgezogene Auszahlung und kein Darlehen, teilte ein Sprecher auf Anfrage der Zeitung mit.

Benko soll Berninghaus bespitzelt haben

Wie die NZZ berichtet, herrschte bei Benkos Immobilien- und Detailhandelsgruppe in den letzten Monaten gegenseitiges Misstrauen. Benko habe mutmasslich Berninghaus, seinen in Zürich ansässigen ehemaligen Chefstrategen für das Handelsgeschäft, und dessen Familie über Monate hinweg bespitzeln lassen.

Ein offenbar heimlich von Benko mitgeschnittenes Gespräch habe nun dazu geführt, dass die Wiener Behörde gegen Berninghaus ermittelt.

Berninghaus gehörte laut der NZZ lange zu den engsten Wegbegleitern Benkos. Vor seiner Zeit bei der Immobilien- und Handelsgruppe des österreichischen Pleitiers war der gebürtige Deutsche Handelschef bei der Migros. 2016 verliess er die Migros und übernahm Beratungsmandate für die Signa.

Benko sitzt seit über einem einem Monat in Wien in einer Einzelzelle in Untersuchungshaft.

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