Rösti warnt vor Stromlücke«Wir müssen die Option für den Bau eines neuen Kernkraftwerks mindestens offenhalten»
Philipp Dahm
9.11.2025
Bundesrat Albert Rösti sorgt sich um den Schweizer Strommarkt.
Archivbild:sda
Energieminister Albert Rösti warnt in der «NZZ am Sonntag» vor einer drohenden Stromlücke. Abhilfe schafft seiner Meinung nach vor allem die Kernkraft: Der 58-Jährige trommelt für den Bau neuer Atommeiler.
Keystone-SDA
09.11.2025, 09:05
Philipp Dahm
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0 räumt ein, dass der Ausbau grüner Energie zu langsam vorangeht.
Weil Gas als Alternative ausfiele, bliebe nur die Kernkraft, um eine drohende Stromlücke zu schliessen.
Auch mit Blick auf die Dekarbonisierung fordert Rösti, sich den Bau neuer Meiler offenzuhalten.
Bundesrat Albert Rösti hat in der «NZZ am Sonntag» erneut vor einer drohenden Stromlücke in der Schweiz gewarnt. «Es geht nicht ohne Kernkraft», sagte er im Interview mit der Zeitung.
Er wünsche sich diese Option nicht, doch schreite der Ausbau von Wasser-, Solar- und Windenergie zu langsam voran. «Wenn unerwartet bei der Windkraft die Post abgeht, unerwartet alle möglichen Wasserkraftwerke gebaut werden und unerwartet mehr alpine Solarkraftwerke entstehen, bin ich sicher der Erste, der auf die Kernkraft verzichtet», sagte Rösti weiter.
Gas-Importe unzuverlässig
Er warne seit Langem, dass die Schweiz in zehn oder zwanzig Jahren zu wenig Strom haben werde. «Die geopolitische Lage verlangt einen Ausbau der Produktion, vor allem aber ist es die Dekarbonisierung, die uns dazu zwingt», erklärte der Bundesrat. 60 Prozent des Energiebedarfs würden derzeit noch fossil gedeckt und müssten nach und nach ersetzt werden.
Dass es beim Ausbau der Wasser-, Solar- und Windenergie noch zu langsam vorangehe, streitet Rösti nicht ab. Gleichzeitig sagt er über potenzielle Alternativen: «Gas kommt klimapolitisch nicht infrage, und auf Importe können wir uns nicht verlassen. Da bleibt nur die Kernkraft.»
Eine «realistische Möglichkeit» böten moderne «Small Modular Reactors», die «in den nächsten fünf Jahren weltweit praxistauglich» werden würden. Die würden auch die Dekarbonisierung vorantreiben: «Wir müssen die Option für den Bau eines neuen Kernkraftwerks mindestens offenhalten.»